Samstag, 22. März 2025

Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria-Dorfen

📖 Lesezeit: ca. 24 Minuten
Hoch über der Stadt, auf dem sanften Hügel des Ruprechtsbergs, erhebt sich die Wallfahrts- und Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Dorfen – ein Ort der Andacht, der Hoffnung und des Trostes. Seit Jahrhunderten lenkt ihr Anblick die Gedanken der Pilger gen Himmel, ihre Mauern atmen Geschichte, gezeichnet von Glanz und Tragik, von Hingabe und Neubeginn.

Als im Jahr 1782 das Langhausgewölbe einstürzte, schien der Wallfahrtsort an einem Wendepunkt zu stehen. Doch aus der Katastrophe erwuchs eine neue Schönheit: Der Wiederaufbau unter Mathias Rösler schuf einen frühklassizistischen Wandpfeilerbau, der mit seinen Marienleben-Fresken von Johann Huber die Gläubigen bis heute in seinen Bann zieht. Inmitten dieser erhabenen Architektur ruht das Herzstück der Kirche – die wundertätige Marianische Gnadenskulptur, die einst bis zu 100.000 Pilger im Jahr nach Dorfen führte.

Noch immer klingen in ihren Hallen Gebete und Gesänge, noch immer leuchten Kerzen für Hoffende und Dankbare. Wer den Weg hierher findet, begegnet nicht nur einer Kirche, sondern einem lebendigen Erbe der Frömmigkeit, das die Zeit überdauert.

Tauchen wir ein in die Geschichte dieser besonderen Kirche und schauen wir gemeinsam, was sie alles erlebt hat – und noch zu erzählen weiß. Dies ist nur ein erster Überblick, der im Laufe der Zeit weiter ergänzt und verbessert wird.
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Um 1025 - Marienkapelle
Auf der Spitze des "Ruprechtsberges" wird zur Huldigung der Kaiserinwitwe Kunigunde 1025 eine kleine hölzerne Marienkapelle errichtet.

1301 bis 1400 - Turmstellung
Im 14. Jahrhundert wird in der Regel in Altbayern der Turm über dem Chor errichtet.

1401 bis 1500 - Kirchenbau
Im 15. Jahrhundert setzt in Altbayern eine Bauwelle von Markt- und Wallfahrtskirchen ein.

1400 bis 1470 - Turmstellung
In der Zeit von 1400 bis 1470 wird in der Regel in Altbayern der Turm südlich vom Chor errichtet.

1420 bis 1440 - Gotische Wallfahrtskirche
Von 1420 bis 1440 wird an Stelle der hölzernen Marienkapelle von 1025 eine gotische Kirche mit einer Länge von 46,6 m, Breite 16,5 m und einer Höhe von 13,1 m und ein Karner gebaut.
Einer mündlichen Überlieferung zufolge soll der Mörtel zu diesem Kirchenbau mit bayerischem Weine angemacht worden sein und jeder Arbeiter soll 4 Pfennig Taglohn erhalten haben.
In der Mitte der gotischen Kirche stehen zur Linken, und zur Rechten drei hohe Säulen, welche die Kirche in drei Theile abteilen. Neben dem Hochaltar sind noch 9 andere Altäre zu sehen. Zur Rechten des Hochaltars stehet unter einem Dach die kleine Kapelle, die man heut die Josephs Kapelle nennet, zur linken die Sakristeien. Von dieser Kapelle wurde Maria Bildnis auf den Hochaltar der großen Kirche übersetzet, wo Sie noch heut zu Tag mit großem Zulauf verehret wird.
Es handelt sich bei der gotischen Kirche um einen Bau ohne Querschiff, einer dreischiffige Halle mit dem üblichen Haupteingang im Westen.
Die Größe des Kirchenbaus macht die Bedeutung der Marienverehrung in Dorfen bereits Mitte des 15. Jahrhunderts sichtbar.

1420 - Schlussstein
Der Schlussstein, der mittlere Stein eines Gewölbebogens, mit der Darstellung Mariens mit dem Kind von 1420 ist heute an der Außenseite der Chorostwand eingefügt.

1421 bis 1422 - Ochsenkrieg
Graf Georg III. aus dem Geschlecht der Fraunberger versucht die militärische Auseinandersetzung zwischen Heinrich von Bayern-Landshut und seinem Cousin Ludwig VII. dem „Gebarteten“ von Bayern-Ingolstadt auszunutzen und mit dem Krieg gegen Heinrich die Macht seiner Grafschaft Haag auszubauen.
Er brennt mehrere Dutzend niederbayerische Dörfer nieder, nimmt auch das stark befestigte Dorfen ein und zerstört dabei auch die im Bau befindliche Wallfahrtskirche Maria-Dorfen, bevor er von Truppen des Herzogs gefangen genommen wird.

1425 - Gewährung eines Ablasses
Der Pfarrer von Oberdorfen, Eberhard Stainkircher, wendet sich nach Rom mit der Bitte um die Gewährung eines Ablasses. Die Leidenden sollen getröstet und die Überlebenden des Ochsenkrieges ermuntert werden, beim Wiederaufbau der Kirche Unserer lieben Frau mitzuhelfen. Der Bitte entsprechend, wird unter dem 26. 6. 1425 einem jeden ein Ablaß gewährt, der die Kirche am Fest Mariae Himmelfahrt besucht und durch Almosen oder Hand- und Spanndienste eigenhändig den Wiederaufbau unterstützt.

1450 bis 1524 - Bedeutung als Wallfahrtskirche
Die Bedeutung der Wallfahrt nach Maria Dorfen ist aus den 89 Jahrtagsstiftungen um 1450, den fünf Benefizien von 1524 und den zehn Geistlichen, die seit 1500 für die Gottesdienste angestellt sind, zu ersehen.
Die Wallfahrer kommen meist vom Markt herauf über die Stepfen, 150 hölzerne Stiegen als Symbol für die Rosenkranzgeheimnisse.

1470 bis 1520 - Turmstellung
In der Zeit von 1470 bis 1520 wird in der Regel in Altbayern der Turm nördlich vom Chor errichtet.

1470 - Gnadenbild
Um 1470 wird eine Skulptur der Gnadenmadonna mit Kind von einem Landshuter Bildhauer, vielleicht Heinrich Helmschrot, geschaffen.
Maria trägt offen herabwallendes Haar, das Haupt leicht nach rechts geneigt. Das nackte Kind sitzt auf ihrem rechten Oberschenkel. Ihr weiter Mantel umhüllt das durch einen Gürtel zusammengeraffte Kleid und unterstreicht die hoheitliche Stellung der von mildem Gesichtsausdruck geprägten Frau.
Am Halssaum verkündet die Majuskelinschrift: „Marie Gnaden IHS Ave“, und am linken Ärmelsaum: „vt ave Maria“.
Das Gnadenbild wird kostbar bekleidet und mit Rosenkränzen und Silberherzen geschmückt.
Sie ist einen Nachbildung wie man sie in ca. 40 Kirchen Südostbayerns bzw. Österreichs antreffen kann und ein weiteres Zeichen der Blüte der Dorfener Marienverehrung in gotischer Zeit. Sie zieht immer mehr Pilger nach Dorfen.

1470 - Stepfen
Der Wallfahrer früherer Zeiten kommt meist vom Markt herauf über die Stepfen, die Bergstiege mit den symbolischen 150 Stufen (= Strophen von drei Rosenkränzen), die unter Gebet und Meditation an den Kreuzwegstationen erklommen wird.
Oben erwarten die Pilger auch niedrige Verkaufsläden.

1474 - St. Wolfganger Mirakelbuch
Im Jahr 1474 wird laut St. Wolfganger Mirakelbuch unter Sirto von Tanberg, Bischof von Freising und dem damaligen Inhaber der Grafschaft Haag J.G. von Fraunberg, auch das Marianische Gnadenbild zu Dorfen mit großem Zulauf des Volkes beehrt, so daß, wer St. Wolfgang besucht, auch nach Dorfen geht und umgekehrt.

1632 - Schwedeneinfall
1632 mit dem Schwedeneinfall ins Erdinger Land werden fast alle Pfarrhöfe und damit auch alle Aufzeichnungen wie z.B. die Matrikelbücher zerstört.

1642 - Tabernakel der Josefskapelle
Der frühbarocke Tabernakel von 1642, und somit der älteste erhaltene des Landkreises Erding, wird erschaffen und später in der Josefskapelle aufgestellt.

1649 - Ruprechtsberg
Nach den Ermittlungen des Oberdorfener Pfarrers Josef Gammel wird der Berg mit der Wallfahrtskirche erstmals "Ruprechtsberg" genannt.

1657 - Rosenkranzbruderschaft
Mit der Gründung einer Rosenkranzbruderschaft in Dorfen kommt es zu einem erneuten Aufschwung der Wallfahrt nach dem Ende der Spätfolgen des Dreißigjährigen Krieges.

1662 - Kirchenrechnungen
Vor Josef Sailers Tätigkeit in Dorfen ab 1705 sind wenig Ereignisse um die Marienkirche quellenschriftlich überliefert, da viele schriftliche Quellen im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurden.
Die Kirchenrechnungen beginnen erst mit dem Jahre 1662, fünf Jahre, nachdem die Rosenkranzbruderschaft hier gegründet wurde.

1666 - Josefskapelle und Flügelaltar
An der Nordseite des Ostchores wird die Josefskapelle errichtet. Dazu heißt es in der Kirchenrechnung der Rosenkranzbruderschaft: "für die Rosenkranzbruderschaft (ist) auf deren eigene Unkosten an das Gotteshaus ein neuer Anpau und ganz absonderliches Kapell von Grund und ganz von neuem aufgerichtet worden.”
Ausserdem wird im Chor ein spätgotischer Flügelaltar aufgestellt.

1669 - Hochaltar
1669 wird ein neuer Hochaltar aufgestellt.

1677 - Hochaltar
Im Jahre 1677 wird der Hochaltar vergoldet.

1679 - Jesuskind
1679 wird das Jesuskind, das in seiner Rechten die Weltkugel hält, von Matthias März (Landshut) erneuert.

18. Jahrhundert - Wallfahrtsziel
Etwa 4 Millionen Pilger besuchen im 18.Jh. Maria-Dorfen, das somit nach Altötting das meistbesuchte Wallfahrtsziel Süddeutschlands wird.

1701 bis 1710 - Pilgerandrang
Im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts beginnt der große Aufstieg der Marienkiche auf dem Ruprechtsberg. Die Aufnahmekapazität des Kirch-Berges muss aufgrund des Pilgerandrangs und der Bekanntheit erweitert werden.
Es werden eine Reihe von Anbauten in Angriff genommen. Diese barocke Erweiterung erreicht ihren Höhepunkt mit dem Beschluß zum Neubau des Hochaltars von 1729.

1707 bis 1776 - Mirakelbücher
In den Mirakelbüchern dieser Zeit werden 8.000 Gebetserhörungen verzeichnet.

1707 - Gnadenbild
1707 erfolgt die oberhirtliche Bestätigung eines gnadenreichen und wundertätigen Gnadenbildes.

1713 bis 1746 - Oratorien
Von 1713 bis 1746 errichtet man über der neuen Sakristei und der Josefskapelle zweigeschossige Oratorien (Gebetsräume).

1713 - Neue Sakristei
Im Jahre 1713 wird unter Pfarrer Sailer eine neue, größere Sakristei gebaut.

1715 - Totenkapelle
Die spätbarocke Totenkapelle wird über dem gotischen Kamer aus der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Im Osten hat sie  einen 3/8-Schluss.

1717 bis 1719 - Priesterhaus
Auf Initiative des Freisinger Stiftskanonikus Lindmayr wird von 1717-1719 das Priesterhaus  erbaut, als Unterkunft für zeitweise bis zu 40 Wallfahrtspriester und 1775 erweitert.
Eine Reihe von Bruderschaften bewohnen nacheinander das Priesterhaus, darunter die Allerseelen- und Nikolaibruderschaften sowie die Jesuiten in den 1770er und 1780er und natürlich die Rosenkranzbruderschaft.

1718 - Wandgemälde und Votivtafeln
In den Kirchenrechnungen von 1718 steht, dass außen an den Kirchenwänden Wandgemälde mit Mirakeldarstellungen angebracht werden und es „seynd auch in diesem gnadenreichen Gotts-Hauß zu sehen über 1000. klein= und große Votiv-Tafeln ... das Gottshaus allda über die Helffte von unten an bis an die Höche mehrigsten theils überhängt und gleichsamt außspallieret“.

1720 - Dorfener Krippe
Die Dorfener Krippe mit prächtig ausgestattete Krippenfiguren (Gliederpuppen mit spätbarocken Schnitzköpfen) von 1720, restauriert 1990–1995, wird jährlich zur Weihnachtszeit in der Kirche Maria Dorfen ausgestellt.

1720 - Ewiglichtampeln
Im Chor hängen zwei Ewiglichtampeln aus der Zeit um 1720.

1723 bis 1735 - Pilgerzahlen
Zwischen 1723 und 1735 kommen jährlich über 100.000 Pilger zur Wallfahrtskirche Maria-Dorfen und dies bei nicht einmal 1.000 Einwohner. Dies macht fast 2 Dutzend Wirtshäuser und 6 Bierbrauer zu ihrer Versorgung notwendig.
Annähernd 15.000 Messen werden jährlich am Gnadenaltar gelesen, d.h. täglich durchgehend von 4 Uhr früh - im Winter ab 5 Uhr - bis 12 Uhr Mittag.

1723 - Orgelempore
Die Orgelempore, also die Galerie auf der die Orgel steht, wird 1723 über dem westlichen Eingang errichtet.

Um 1724 - Orgelgehäuse
Um 1724 soll Johann Georg Fux, der Tölzer Orgelbauer der 1724 das Gehäuse in Altötting errichtet, auch das Orgelgehäuse von Maria-Dorfen erbaut haben.
Auf dem Orgelgehäuse, das die Pfeifen und die Mechanik umschließt und schützt, stehen die Figuren von David mit der Harfe, Cäcilia mit der Orgel und zwei Engeln.

1727 - Schatzkammern
Die Kirchenrechnung von 1727 weist die Eintragung auf, daß die zwei Seitenräume unter dem Musikchor zu Schatzkammer ausgebaut werden.

1727/28 - Baldachin
Schaffung eines Baldachins für den Hochaltar von Johann Nikolaus Zeisel.

1728 - Egid Quirin Asam
Der Entwurf des Asamschen Hochaltar von 1728 charakterisiert den Schlusspunkt des römischen Barocks in Bayern in einer Zeit, in der bereits das Rokoko in Blüte steht. Egid Quirin Asam erschafft hier in seiner letzten Meisterschaft noch ein Werk, das in seiner Reinheit und Geschlossenheit sowie im weisen Verzichtenkönnen die Summe seiner Kunst ergibt.

1729 - Beschluß zum Neubau des Hochaltars
Entwurf Cosmas Damian Asams dazu verschollen

1730 - Votivtafelgang
An der Langhausnordseite wird 1730 ein 64 Schuh langer holzüberdachter Gang mit drei Beichtstühlen und „allerhandt Votiv Tafeln“ angelegt und der Schreiner und sein Geselle hängen sieben Tage lang Votivtafeln auf, darunter auch die des Kupferschmieds Augustin Helfetsrieder aus Landshut von 1729.

1740 bis 1749 - Johann Wenzel Jorhan
Die barocke Bautätigkeit findet in Dorfen mit dem Hochaltar der Wallfahrtskirche und den Chorfresken, einem unübertrefflichen Werk Egid Quirin Asams, ihren Höhepunkt.
Egid Quirin Asam legt 1728 einen Entwurf für den dann 1740/49 durch Johann Wenzel Jorhan ausgeführten Hochaltar vor.

1740 - Gnadenbild Maria Dorfen
Das Gnadenbild der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in der Stadt Dorfen in Oberbayern wird um 1740 für den Hochaltar erschaffen. Das Gnadenbild zeigt eine sitzende Muttergottes mit dem Jesuskind auf dem Schoß.

1745 - Überfall österreichischer Truppen
Zerstörung des begonnenen Hochaltars

1746 - Sakristei
An den ungegliederten Spitzturm wird 1746 östlich eine dreigeschossige, zweiachsige Sakristei mit anschließender niedriger Gangführung um den Chor angefügt.

1749 - Chorgestühl
Das Chorgestühl, nur mehr als Dorsale erhalten, wird 1749 vom hiesigen Schreiner Tobias Lackner gefertigt, das Laiengestühl mit Rokokowangen von Matthias Fackler.

Ab 1750 - Aufklärung und Säkularisation
Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts führt Maria Dorfen auf eine Entwicklung zu, welche auf bestehende und entstehende Kirchenbauten und deren innere Ausstattung sehr großen Einfluß nimmt, nämlich die Aufklärung, die in der Säkularisation gipfelt.
Da in Maria Dorfen durch den Einsturz von Gewölbeteilen im Januar 1782 ein Neubau notwendig wird, kann man die gesetzten baulichen Bestimmungen dieser Zeit am gesamten Kirchenbau feststellen.

1758 - Restaurierung
Restaurierung des Chormittel-Freskos durch Franz Xaver Wunderer

1760 - Beichtstühle und Apostelleuchter
Aufstellung neuer Beichtstühle im Rokokostil um 1760.
Apostelleuchter klassizistisch in zeitgleicher Stuckumkränzung von Schussmann.

1768 - Silberbüsten
Auf den beiden Leuchterbänken der Seitenaltäre sind Silberbüsten der hl. Joachim und Anna aufgestellt, 1768 nach Modellen Christian Jorhans d. A. vom Landshuter Goldschmied Josef Ferdinand Schmid gearbeitet.

1769 - Amortisationsgesetz
1769 wird das Amortisationsgesetz erlassen. Hierin sind alle Zuwendungen an die Kirche über 100 Gulden und testamentarische Verfügungen über 2000 Gulden untersagt.
Als kirchliche Vorstände werden nur noch kurfürstliche Untertanen zugelassen.

1770 - Generalmandat
Ein entscheidender Einfluß auf die Ablehnung des Rokoko und die Hinwendung zu Einfachheit und Schlichtheit hat das Generalmandat von 1770.
Es ist das von Max III. Josef erlassene Mandat mit dem Titel: "in puncto concurrentio zu dem Kirchen - und Pfarrhöfbau"
Man gründet eine Kirchenbaukonkurrenzkommission zur Regelung der Baufinanzierung unbemittelter Gotteshäuser.
Ziel ist, daß mit Beybehaltung einer reinen und regelmäßigen Architektur alle überflüßige Stukkador - und andere öfters ungereimte und lächerliche Zierraten abgeschnitten, an deren Altären, Kanzeln und Bildnissen eine der Verehrung des Heiligthums angemessene edle Simplizitaet angebracht werde.
Der Kirchenbau tritt immer mehr in den Hintergrund. Öffentliche Zweckbauten, urbane Planung und gelegentliche Neudekorationen werden dagegen gefördert.
Dies ist Ende der Epoche Rokoko in Bayern und in der Literatur ein ablesbarer äußerer Endpunkt.

1770 - Altarblatt des Josefsaltars
In der Josefskapelle steht ein Spätrokokoaltar mit Gemälde von Ignaz Kaufmann, Landshut.

1771 - Anbringung von Silbergewölk am Hochaltar
durch Christian Jorhan d.Ä. und Ferdinand Schmid

1775 - Erweiterung des Priesterhauses

1779/1780 - Fortschreitende Säkularisation
Die fortschreitende Säkularisation macht auch vor der Kunst nicht halt. Die letzten großen Kirchenbauten Bayerns sind Ettal und Rott am Inn zur Jahrhundertmitte und ihre Ausläufer bis 1780. Dazu zählen die Kirchen in Wessobrunn und Buchbach, die Klosterkirchen in Wiblingen und Asbach sowie die 1779 entstandene Wallfahrtskirche zu Bettbrunn von Leonhard Matthäus Gießl, der auch auf die Architektur Maria Dorfen, Einfluß hat.

1781 - Geschichte Maria Dorfen
In der von den Jesuiten verfaßten Geschichte Maria Dorfens wird der damals noch bestehende gotische Kirchenbau beschrieben.

1782 bis 1805 - Barocke/frühklassizistische Bauarbeiten
Im Zuge der frühklassizistischen Umgestaltung von 1782 bis 1786 und den Bauarbeiten von 1794 bis 1805 bleibt von der gotischen Kirche nur noch ein gotischer Kernbau von der Apsis bis zur heutigen Orgelempore, dem Chor mit zweimal abgestuften Strebepfeilern und der Turmunterbau erhalten.

1782 bis 1786 - Renovierungsarbeiten an Maria-Dorfen
Nach dem Einsturz des gotischen Kirchengewölbes 1782 entsteht zwischen 1782 und 1786 unter Einbeziehung der alten Chormauern ein frühklassizistischer Kirchenbau.

1782 - Einsturz
Am 3. Januar 1782 zwischen 8 und 9 Uhr abends erfolgt beim südlichen Portal ein Gewölbeeinsturz. Dabei stürzt auch das Chorgewölbe ein. Die Kirche Maria-Dorfen wird noch bis 1784 für Messen benützt.

1782 - Gutachten Leonhard Matthäus Gießls
Die Wallfahrtskirche wird nach den Plänen des Erdinger Maurermeisters Mathias Rösler auf Grundlage eines Gutachtens von Gießl aus München ab 1784 unter Verwendung des alten Chorschlusses erneut.

1784 bis 1786 - Neubau der Kirche
Von 1784-1786 erfolgt nach dem Einsturz von 1782 der große Um- und Neubau unter Mathias Rößler. Zusätzlich zum Westeingang werden Seiteneingänge hinzugefügt, die später ausschließlich als Eingänge benützt werden.
Der unter diesen historischen Umständen 1784 - 86 entstandene Neubau der Wallfahrtskirche Mana Dorfen ist in einer Epoche der Ratio, nicht der religiosen Überschwenglichkeit entstanden.

1785/86 - Altarversetzung und Emeuerung
Die göttlichen Tugenden werden in der Tabernakelzone durch Bildhauer Christian Christian Jorhan d.Ä. um 1785 vor Augen geführt: Glaube und Hoffnung mit der Tabernakeldarstellung des Letzten Abendmahles als Gemeinschaft der Liebe in der Mitte. Am Drehtabernakel das Relief „Verklärung des Herm auf Tabor“.

1786 - Freskierung
Der Innenraum ist geprägt von den Deckengemälden des Augsburger Akademiedirektors Johann Josef Anton Huber von 1786: über der Orgelempore beginnend Engelskonzert, Szenen aus dem Leben Mariens - Geburt, Heimsuchung, Aufopferung Jesu im Tempel, im Chor fünf Anrufungen aus der Lauretanischen Litanei und als krönender Abschluss gemäß dem Kirchenpatrozinium: Mariä Himmelfahrt.
Auch die übrige frühklassizistische Innenausstattung erfolgt 1786.

1786 - Orgelgehäuse
Anton Fackler, der 1786 in der Pfarrkirche St. Florian in Fraunberg die klassizistische Altarausstattung gestaltet, soll auch das klassizistische Gehäuse für die Orgel in Maria-Dorfen gestaltet haben.

1786 - Seitenaltäre
Die beiden zweisäuligen, klassizistisch-schlanken Seitenaltäre von 1786 besitzen Gemälde von Johann Huber (Augsburg) mit den Darstellungen der hll. (nördlich) Johann Nepomuk bzw. (oben) Joachim und (südlich) Nikolaus bzw. Mutter Anna, das Marienkind lehrend.

1790 - Kanzel
Die klassizistische Kanzel in Stuckmarmor wird von Franz Schussmann, Erding, 1790 geschaffen. Wie üblicherweise sind daran die Symbole der vier Evangelisten, die drei göttlichen Tugenden und die Tafeln der Zehn Gebote zu sehen.

1790 - Kirchweihe
Die Weihe der neuen frühklassizistischen Wallfahrtskirche findet am 24. Oktober 1790 statt und wird gemäß den Aufzeichnungen des Priesterhausdirektors Kaspar Gruber von Fürstbischof Josef Konrad Freiherr von Schroffenberg, Stiftspropst in Berchtesgaden, durchgeführt.

1792 bis 1797 - Zelebrationsbuch
In diesen sechs Jahren werden trotz Wallfahrtsbeschränkungen noch über 30.000 Messen gelesen.

1794 - Turmeinsturz
Im Jahr 1794 zerstört ein Blitzschlag den oberen Teil des Turmes, das Pyramidendach, der aus Geldmangel aber erst 1805 wiederhergestellt werden kann.

1795 - Neue Tabernakelanlage
Der vergoldete Tabernakel wird von Christian Jorhan d.A. mit Abendmahlsrelief, wie in Schwindkirchen, neu geschaffen.

1795 - Kleinste Glocke
Die sechste und kleinste Glocke mit Schlagton c2, die im Turm von 2024 hängt, ist aus Bronze und wird nach dem Turmbrand von Nikolaus Regnault, München, gegossen.

Ab 1799 - Verbrennung von Votiv-Tafeln
Die Vernichtung der Votivtafeln, als abergläubisch angesehen, setzt mit Montgelas’ Säkularisierungspolitik ein und wird später auch von der Kirche fortgeführt.
Daher sind von über 1.000 Tafeln des 18.Jhs. heute nur noch rund 50 erhalten.

Beginn 19. Jahrhundert - Pilgerzahlen
Noch zu Beginn des 19.Jh. kommen jährlich 50.000 Pilger zur Wallfahrtskirche Maria-Dorfen und dies bei nicht einmal 1.000 Einwohner.

1801 - Kreuzaltares
Christian Jorhan erschafft 1801gegenüber der Kanzel einen Kreuzaltar mit Christus und der Schmerzhaften Muttergottes.

1801 - Beschlagnahme liturgischer Geräte
Der ehemals reiche Bestand an liturgischen Geräten wird vom Staat 1801 zum großen Teil beschlagnahmt (215 Pfund Silber) und wegen der unverhältnismäßig hohen Staatsverschuldung zur Ummünzung eingeschmolzen - nur ein kleiner Teil kann von der Bürgerschaft ausgelöst werden, so finden sich z.B. noch heute die Namen der zahlenden Personen an den Leuchterfüßen. Die Silbervotive werden gänzlich eingezogen.
Unter den erhaltenen Gerätschaften hervorzuheben sind die klassizistische Monstranz des Münchner Goldschmieds Peter Streißel, ein Geschenk der Familie Wolfmüller (um 1805), und eine Nürnberger Messingtaufschüssel des 16, Jh. Vorhanden sind außerdem noch eine Reihe prächtiger Kaseln aus der Blütezeit der Wallfahrt.

1803 - Reichsdeputationshauptschluß
Der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 gewährt den Landesherren die Säkularisation der Klöster, die Beendigung der politischen Rolle der Kirche, die Einbeziehung ihres Vermögens, sowie die Aufhebung der Klöster.
Spätestens 1803 haben die Prunkbauten und die rege kirchliche Bautätigkeit, wie sie bis zum Rokoko bestand, ein Ende.
Einzug hält die Ratio der Frühaufklärung sowie die finanzielle Einschränkung für den Kirchenbau. Der Staat kontrolliert von nun an den kirchlichen Reichtum.

1805 - Neubau des Turmes
Im Jahr 1794 zerstört ein Blitzschlag den oberen Teil des Turmes, der aus Geldmangel aber erst 1805 wiederhergestellt werden kann.

1805 - Ewiglichtampel
Im Chor hängt eine klassizistische Ewiglichtampel vor dem Chorbogen mit drei kupfergetriebenen Stifterportäts der Familie Wolfmüller von 1805.

1813 - Pfarrei Dorfen
Am 12. September 1813 erfolgt die Teilung der Pfarrei Oberdorfen, zu der bislang die Wallfahrtskirche Maria Dorfen als Filialkirche gehört. Damit kommen 59 Ortschaften zur neu errichteten Pfarrei Dorfen.
Vor 1813 dürfen Wallfahrtskirchen kirchenrechtlich nur Filialkirchen sein.

1824 – Votivtafel „Brand beim Diemermetzger“
Unter den rund 50 erhaltenen Votivtafeln sticht besonders jene des Dorfener Malers Joseph Lechner hervor, die anlässlich des Brandes beim Diemermetzger Nikolaus Rampl im Jahr 1824 eine Marktansicht zeigt.

1839 – Votivtafel „Prozession der Pfarrei Edling“
Ebenfalls von besonderer Bedeutung ist die Votivtafel, die die Prozession der Pfarrei Edling am Pfingstmontag 1839 darstellt.

1844 - Renovierung

1850 - Verkündigung an Maria
Das zweigeteilte Gemälde mit der Darstellung der Verkündigung an Maria, signiert von Hermann Sagstätter, wird Mitte 19.Jh. aufgestellt.

1868 - Abbruch des Jorhan-Altars
Der merkwürdige Umgang mit historisch und künstlerisch wertvollen Werken im 19.Jh. bringt 1868 den Abriß des Hochaltars von Egid Quirin Asam aus dem 18.Jh. mit sich, der durch einen neuromanischen Aufbau ersetzt wird.
Viele Kirchenrenovierungen verändern ein wenig das stimmige Werk, das in den 1780er und 1790er des 18.Jhs. entstand, hin zu einer regotisierten Kirche.

1879 bis 1910 - Orgelgehäuse und Orgel
Franz Borgias Maerz, der von 1879-1910 Orgeln baut, u.a. 1888 die Orgel von Maria Thalheim, soll vielleicht in diesem Zeitraum auch das klassizistische Gehäuse und die Orgel von Maria-Dorfen neu geschaffen haben.

1914 - Pfarrhof
Der östlich gelegene Pfarrhof ist ein neubarocker Bau von 1914.

1921 - Renovierung
Das Kircheninnere und die "Kriegergedächtniskapelle" werden renoviert.

1933 - Abbruch der Verkaufsläden
Zu Zeiten der Blüte der Wallfahrt konnten Wallfahrer auf dem Kirchenvorplatz Met, Süßigkeiten und Wallfahrtsdevotionalien erwerben.
Mit dem Rückgang der Wallfahrt werden das Krönnerladl und das Zieglerladl nicht mehr benötigt und so 1933 abgebrochen.

1947/49 - Renovierung
Renovierung  des Kirchenäußeren.

1949 - Glocken
Im Turm von 2024 hängen sechs Glocken, von denen die fünf großen nach dem Zweiten Weltkrieg 1949 vom Bochumer Verein in Schlagtonfolge c1 – d1 – e1 – g1 – a1 aus Stahl gegossen werden. Die erste und größte hat einen Durchmesser von 191 cm und wiegt 60,1 Ztr.
Die sechste und kleinste stammt noch aus der Zeit nach dem Turmbrand von Nikolaus Regnault, München 1795, Ton c.

1955 - Hauptportal
Gestaltung eines neuen Hauptportals aus Kupfer von Josef Hoh

1963 bis 1971 - Renovierung unter Erwin Schleich
Eine große Renovierung findet auf Anregung von Pfarrer Hermann Eigner unter Leitung des Architekten Erwin Schleich von 1963-1971 statt.
Dabei wird der Historismus-Altar von 1868 abgebrochen und durch eine Rekonstruktion des ursprünglichen Asam-Altars von 1740/49 ersetzt. Den Aufbau führen Anton Gogl, Hans Ladner und Fritz Schmidt (München), Helmuth Kunatk (Bad Wiessee) und Josef Ghezzi mit Hans Reiter (Salzburg/Anif) aus.
Die Seiteneingänge, mit neuen Vorhäusern ausgestattet, verlegt man ein Joch weiter nach Osten, die Außenfassade wird neu gestaltet, die Sakristei erweitert, die Kirchenfenster erneuert, die Fresken saniert und Einrichtungsgegenstände erneuert.

1963 bis 1971 - Rekonstruktion des Asam-Altars
Zentrum der Kirche ist der Gnadenaltar. Die Rekonstruktion des in Licht und Gold getauchten Retabels war möglich, da neben dem eigenhändigen Entwurf E. Q. Asams, einem Grundriss, den Materialangaben in den damaligen Handwerkerrechnungen und zeitgenössischen Kupferstichen, wie z.B. dem Zimmermanns, die Gnadenbildskulptur, der vergoldete Tabernakel von Christian Jorhan mit Abendmahlsrelief, der geschnitzte Brokatvorhang und das originale Marmorantependium der Münchner Steinmetzen Joachim Gabriel Aichmiller und Johann Georg Ditsch erhalten waren.
Den Mittelpunkt des Retabels nimmt das Gnadenbild ein, eine sitzende Muttergottes mit Jesuskind, das in seiner Rechten die Weltkugel hält.

1963 bis 1971 - Altarversetzung
Der neoromanische Hochaltar (1868) der Pfarrkirche wird im Zuge der Renovierung von 1963-1971 in die Schulterwunden-Kapelle versetzt. In dessen Zentrum ist jetzt die Darstellung des Schulterwunden-Christus von 1718 vom Wasserburger Bildhauer Johann Ferdinand Hartmann, gefasst durch den Dorfener Maler Franz Ignaz Reiter.
Ausserdem werden im Innern  der Schulterwunden-Kapelle auch die Figuren des ehemaligen Hochaltar der Pfarrkirche des Münchner Bildhauers Christian Keil aus dem Jahr 1867 aufgestellt.

1964 - Orgel
Auf der klassizistischen Empore steht die Orgel, ein Werk der Fa. Josef Zeilhuber, Altstädten bei Sonthofen, von 1964 in klassizistischem Gehäuse von Anton Fackler (1786, 1908 überarbeitet). Sie hat 34 Register auf drei Manualen und Pedal.

1971 - Altarweihe
Am 19.6.1971 wird der rekonstruierte Asam-Altar von Julius Kardinal Döpfner geweiht.

1979 - Pfarrheim
Das Pfarrheim wird 1979 gebaut.

1990/91 - Renovierung
Das Landesamt für Denkmalpflege, das seit Jahren an der Wallfahrtskirche tätig ist, muss nach dem großen Sturm von 1990 die Bauschäden an Dach und Turm reparieren, wobei der Turm der Kirche farblich angeglichen wird.

1998 - Chororgel
Gegenüber der Kanzel befindet sich eine kleine Orgel mit 10 Registern, die von der Fa. Stahlhut in Aachen 1950 erbaut und 1998 in der Pfarrkirche Maria Dorfen aufgestellt wird.

2004 - Beschreibung der Kirche
Im Schnell, Kunstführer Nr. 65 von 2004 wird die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria-Dorfen folgendermaßen beschrieben: "So haben wir eine stattliche frühklassizistische Wandpfeilerkirche mit dreiachsigem Langhaus und eingezogenem rechteckigem Chor mit dreiseitigem Schluss vor uns. Im westlichen Langhausjoch Musikempore, zum Chorbogen hin Mauerabschrägung. Die Wandpfeilerfronten sind mit Kompositpilasterpaaren besetzt, von denen Gurtbögen ausgehen, die abgemuldete Kappengewölbe einfassen; sparsamer frühklassizistischer Stuck in Fruchtgirlanden, Lorbeergehänge und Vasen. An den ungegliederten Spitzturm fügt sich östlich die dreigeschossige zweiachsige Sakristei mit anschließender niedriger Gangführung um den Chor an. Gegenüber, nördlich am Chor, liegt die Josefskapelle, die wie die Sakristei im Obergeschoss als offenes Oratorium ausgebildet ist. Die Vorhäuser sind neu, da die Seiteneingänge bei der letzten Restaurierung um ein Joch nach Osten verlegt wurden."

2004 - Grabdenkmäler
Die nach der Friedhofsverlegung um 1900 noch vorhandenen Grabdenkmäler sind außen Erhart (1496), Wolfgang (1549), Kurat Georg Gimpel (1766), innen von Südosten Urban Prain (1534), Dekan Mathias Ploner (1698), Christoph Ernst zu Haagstorf und Anna Maria geb. Schrenk (17. Jh.), Paul Federkiel (1481) und in der Josefskapelle Wirt Andreas Plaichshirn (1693), Georgius Schegg (1759),  Thomas Bauer (1790), Kurat Nicolaus Angerer (1797), Josephus Aichmann.

2008 bis 2011 - Renovierung
Während der Renovierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von 2008 bis 2011 wird das Gnadenbild Maria Dorfen anstelle des Schulterwunden-Christus in der Schulterwundenkapelle untergebracht.

2013/2014 - Restaurierung Orgel
Die Orgelbauer Andreas Utz (Regensburg) und Christoph Weber (Landshut) restaurieren die Orgel von 1964 und die Chororgel. An Ostern 2014 werden sie wieder eingeweiht.

2024 - Beschreibung des Inneren
Das Innere, dreiachsig durch kräftige Kompositwandpfeiler und Kappengewölbe raumgestaltet, wird geprägt von dem sparsamen Stuck, den Deckenfresken, der klassizistischen Stuckmarmor-Kanzel sowie dem spätbarock rekonstruierten Hochaltar.
Als Assistenzfiguren des Hochaltars sind die hll. Dominikus und Katharina v. Siena als Patrone der Rosenkranzbruderschaft sowie Papst Sylvester und Bischof Rupert v. Salzburg als Nebenpatrone der Kirche zu sehen.
An den Wandpfeilern sind Figuren der zwölf Apostel angebracht - dabei die Apostelfürsten Petrus und Paulus von Christian Jorhan, unter der Empore der hl. Nikolaus, um 1500, sowie der hl. Rochus mit Englein (Pestpatron) aus der zweiten Hälfte des 17.Jh.
Dazu kommen über den seitlichen Durchgängen die göttlichen Tugenden: links die Hoffnung richtet mit mächtigem Anker einen Sünder auf und reicht ihm die Bußgeißel als Symbol der Selbstbezwingung; rechts der Glaube im Kampf mit dem Unglauben, wobei der „Fürst dieser Welt“ mit der Paradiesschlange hinuntergestürzt wird und ein junger Pilger, ein Kind mit Pilgerstab, zur Gnadenmutter durch das Zeichen des Kreuzes geführt wird.
Am Gnadenbildthron seitlich die Cheruben. Seitlich am Thron auch Engel, die den kühn konstruierten Baldachin halten, wobei auf dem Gebälk sitzende Englein eine weitere Trägerfunktion übernehmen.
Im Abschluss des von sechs Wendelsäulen flankierten Retabels halten über Volutengiebeln Engel die Spangenkrone als Überhöhung des baldachingeschützten und vor Strahlensonne und gelb getöntem Oberlichtfenster thronenden Gnadenbildes.
Die Deckenfresken zeigen von der Empore zum Chor: Engelskonzert, Geburt Mariä, Mariä Heimsuchung, Darstellung Jesu im Tempel sowie im Chor Mariä Aufnahme in den Himmel und fünf Anrufungen aus der Lauretanischen Litanei.
Die beiden in Blau gehaltenen Seitenaltäre sind den Heiligen Johann Nepomuk und Bischof Nikolaus gewidmet; auf deren Leuchterbänken stehen Silberbüsten des hl. Joachim und der hl. Anna.
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„Kommen Sie mit? Schauen Sie es sich an – hier entlang!“

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