Mit seinen beeindruckenden Maßen – 15,20 Meter Höhe, 6,50 Meter Breite und einer Durchfahrthöhe von 4,10 Metern – thront es über der Straße und lädt dazu ein, innezuhalten und sich die Geschichten vorzustellen, die es im Lauf der Jahrhunderte erlebt hat. Die mächtigen Eichentüren und einstige Zugbrücken, die den Herzoggraben überspannten, wehrten einst Eindringlinge ab und verliehen dem Tor eine uneinnehmbare Aura.
Das Tor trägt viele Namen: Isener Tor, Oberes Tor, Wailtltor – jeder verweist auf seine Bedeutung. Von hier führte einst die Straße zum Markt Isen, der als Sitz der Schranne und Hauptort der Herrschaft Burgrain eng mit dem Hochstift Freising verbunden war. Gelegen flussaufwärts, in Richtung der Isenquelle bei Maitenbeth, verdankt es seinen Beinamen „Oberes Tor“.
Im Laufe der Zeit veränderte das Tor sein Gesicht. 1928/29 wurde es zu einem stattlichen, viergeschossigen Backsteinbau mit Schopfwalmdach umgebaut. Es wurde Teil des charmanten Bräuwinkl-Ensembles, das die Geschichte des Ortes widerspiegelt. Eine Marienfigur des Dorfener Bildhauers Herrmann Wandinger ziert die Marktseite, ein stilles Gebet in Stein, das Besucher und Bewohner gleichermaßen grüßt.
Heute zeigt sich das Tor in restaurierter Schönheit, nachdem es 2008/09 liebevoll renoviert wurde. Jede der vier Etagen beherbergt eine Wohnung, doch seine Außenmauern bewahren die Erinnerung an frühere Zeiten. Es steht für Beständigkeit und Wandel zugleich.
Die Durchfahrt, schmal und begrenzt, wirkt wie ein Torwächter, der nur ausgewählte Fahrzeuge passieren lässt. Mit einer Breite von 4,48 Metern erlaubt es nur einspurige Fahrten, und die niedrige Höhe von 4,10 Metern hält große Fahrzeuge fern. So bleibt die Altstadt vor Schwerlastverkehr bewahrt, und die gemächliche Durchfahrt erinnert daran, dass Hektik an diesem Ort fehl am Platz ist.
Die Dorener sagen: „Wenn die Sonne durch das Isener Tor lacht, dann ist es bald Nacht.“ Ein poetischer Hinweis darauf, wie dieses Tor nicht nur den Verkehr lenkt, sondern auch die Zeit markiert – ein Tor zwischen Vergangenheit und Gegenwart, das mit seiner Präsenz zum Staunen einlädt.
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1229 bis 1231 - Gründung des Marktes Dorfen
Der mittelalterliche Markt Dorfen ist mit 4 Toren, einem davor liegenden Wassergraben, dem Herzoggraben mit 4 Zugbrücken, einem mit Holzpalisaden verstärktem Wall und davor einem Spitzgraben umwehrt.
Das westlich Tor wird Isener Tor genannt, da von hier die Straße zum Markt Isen führt, der zum Hochstift Freising zählenden Herrschaft Burgrain gehört, und als Sitz der Schranne deren Hauptort ist. Es wird auch als Oberes Tor bezeichnet, da es flussaufwärts liegt, in Richtung der Quelle der Isen beim Dorf Lacken der Gemeinde Maitenbeth im Landkreis Mühldorf.
1443 - Steinerne Tore
Die vier steinernen Tore werden Mitte des 14. Jahrhunderts in gotischen Bauform mit Walmdach erbaut. Erste urkundliche Erwähnung 1443.
1530 - Torumbauten
Um die Wende zum 16. Jh. erhalten die vier Tore eine gotische Bauform, die nahezu identische ist mit der Form des bis heute unverändert gebliebenen Öttinger Tors.
1815 - Siedlungen vor den Toren
Vor dem Isener Tor liegt nur das Armenhaus und die Sebastianskirche mit Pestfriedhof.
1928/29 - Umbau des Isener Tores
Das Isener Tor wird auf der alten Grundlage umgebaut und aufgestockt zu einem viergeschossigen Backsteinbau mit Schopfwalmdach. Besitzer ist die Brauerei Wailtl.
An der Marktseite (Marienplatz) wird es von einer Marienfigur des Dorfner Bildhauers Herrmann Wandinger geschmückt.
2008 bis 2009 - Renovierung des Isener Tores
Das Tor, im Besitz der Immobilienfirma Sperr & Zellner, wird in den Jahren 2008/09 umfassend renoviert und beherbergt jetzt pro Etage eine Wohnung.
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