Ein kleiner Zug, demütig und stolz zugleich, geboren aus dem Willen der Menschen, die Dörfer ihrer Heimat zu verbinden – nicht durch große Strecken und laute Technik, sondern durch eine sanfte Linie, die Nähe schafft und Geschichten trägt.
Die Geburt der kleinen Bahn
Am 24. Dezember 1898, während die Stadt Dorfen still im weihnachtlichen Licht liegt, rollt zum ersten Mal der kleine Zug vom Bahnhof Dorfen in Richtung Velden. Die Strecke ist kurz – nur 18 Kilometer –, doch in ihrem Herzen liegt eine ganze Welt. Am Kilometer 1,6 hält das Bockerl am neu geschaffenen Bahnhof „Dorfen Markt“, nahe der Gaststätte Zur Halle, wo man Fahrkarten kauft, während im Nebenzimmer der Duft von Braten und Hopfenbier liegt. Ein kleiner Warteraum, ein großes Versprechen: Wer hier einsteigt, spürt die Sehnsucht nach Entdeckung – oder kehrt heim mit dem Lächeln des Wiedersehens.
Im Osten des Hauptbahnhofs Dorfen windet sich die Strecke in einem engen Gleisbogen aus dem vertrauten Gleis 1 hinaus. Dieser Bogen ist wie ein sanfter Abschied: Die Hauptbahn rauscht nach Simbach, das Bockerl biegt ab – hinein in die Tiefe der Heimat.
Drei Züge täglich – und unzählige Erinnerungen
Von Anfang an fahren drei gemischte Zugpaare täglich – Personen- und Güterwagen nebeneinander, wie das Leben selbst. Morgens steigen Schulkinder zu, mit Brotpaketen und rauen Händen. Mittags bringt das Bockerl Säcke voll Post und Getreide. Abends kehren Mütter heim, die auf den Feldern gearbeitet haben, oder Männer aus der Kreisstadt. Und immer kann man in Dorfen in die große Hauptbahn umsteigen – ins ferne München, in die Welt.
Eine Landschaft, die mitfährt
Die Strecke führt über Eibach, Taufkirchen, Moosen, bis sie in Velden endet – einem Marktort im sanften Licht des niederbayerischen Vilstals. Der Zug folgt der Großen Vils, die sich durch sumpfige Wiesen und Felder schlängelt. Hier rauscht kein Verkehr, hier atmet die Zeit. Die Vils, stiller Fluss mit alten Namen, trägt Wasserspiegelungen und Möwenrufe – und auf den Schienen daneben rollt das Bockerl, Jahr um Jahr.
Die Stille nach dem Dampf
Doch nichts bleibt, wie es ist. Im Jahr 1993 fährt das letzte Bockerl. Die Deutsche Bundesbahn stellt die Strecke ein – zu leise, zu langsam, zu alt. Wo einst die Bahn rollt, pflanzt man Bäume – sie wachsen heute dort, wo das Gleisbett lag, gleich vor dem Empfangsgebäude. Am Ort des abzweigenden Gleisbogens entsteht ein Parkplatz – aus Kurve wird Gerade, aus Leben wird Fläche.
Erinnerung in Rädern und Räumen
Doch der Geist des Bockerls lebt weiter. 2000 verwandelt sich die alte Trasse in einen Radweg – den Vilstalradweg, 116 Kilometer lang. Von Dorfen bis Velden radelt man heute durch Felder, über Holzbrücken, entlang alter Bahnhöfe, die Geschichten erzählen. Man hört kein Pfeifen mehr – aber manchmal spürt man es: als würde der Wind den Dampf herbeitragen, als würden alte Räder noch rumpeln.
An der Buchbacher Straße, wo der Radweg vorbeiführt, steht sie – die kleine Klemlok, Denkmal und Träne zugleich. Schwarz glänzt sie in der Sonne, still, als wollte sie flüstern: Vergesst mich nicht, ich bin noch hier – das Veldener Bockerl, euer treuer Begleiter.
Ein Bockerl – mehr als ein Zug
In Bayern nennt man solche Züge Bockerl – zärtlich, kleinlaut, liebevoll. Es ist nicht nur der Zug, sondern das ganze Lebensgefühl, das diesen Namen trägt. Ein Bockerl ist ein Herzschlag aus Eisen, ein Versprechen aus Dampf, ein Weg, der Menschen verbindet, die sonst vielleicht nie zusammenkommen.
Heute, wenn ich mit dem Fahrrad den alten Weg entlangfahre, höre ich in der Stille von Moosen das Echo eines Pfiffs, sehe in den Bäumen von Taufkirchen das Winken der Reisenden, spüre in Velden das Klopfen alter Gleise. Und ich weiß: Das Veldener Bockerl ist nicht verschwunden. Es fährt noch – in mir, in uns, in unserer Geschichte.
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„Kommen Sie mit? Schauen Sie es sich an – hier entlang!“
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1869 - Vizinalbahngesetz
Als Vizinalbahn werden in Bayern Eisenbahnen zur Erschließung des ländlichen Raums bezeichnet. Der Name wird aus dem lat. Wort vicinus („benachbart, nahe“) gebildet.
Um möglichst viele Orte, die bislang fernab der Eisenbahn liegen, an dieses recht neue Verkehrsmittel anschließen zu können, wird 1869 das Vizinalbahngesetz verabschiedet. Es regelt den Bau der „Bahnverbindungen von lokaler Wichtigkeit“.
1871/1891 - Geplante Eisenbahnlinien
Die zu nahe parallele Führung an die 1871 eröffnete Strecke München – Simbach bringt das Projekt einer Eisenbahnlinie München – Passau über das Vils- und Rottal zum Scheitern.
Auch der Antrag von 1891 auf eine Eisenbahnlinie von Erding über Taufkirchen, Velden nach Vilsbiburg (spätere B388) wird abgelehnt.
1880 bis 1956 - Klemloks
In Linz (seit 1880) und München liefert Krauss & Comp. Zehntausende kleiner Dampfloks, darunter den Krauss Typ XV‑Zug (um 1886–1889). Diese Maschinen sind robust, klein und passend für ländliche Nebenstrecken.
Später liebevoll „Klemlok“ genannt, weil sie von der bayerischen Lokomotivfabrik Krauss-Maffei gebaut wird – und der Lokführer oder Arbeiter, der sie oft fährt oder wartet, heißt Klem oder Klemm.
1882 - Secundärbahn Seekuh
Da aber die Vicinalbahnen in Form von Schmalspurbahnen noch zu kostenintensiv sind, verabschiedet man in Bayern 1882 das Gesetz über den Bau von Secundärbahnen, welches die Ausführung einfachster regelspuriger Nebenbahnen ermöglicht.
Unter dieser Bezeichnung wird allerdings lediglich die Strecke Erlangen–Gräfenberg in Betrieb genommen, die später im Volksmund auch den Namen »Seku« oder »Seekuh« erhält.
1884 - Lokalbahnen
Die Geburtsstunde der Lokalbahnen ist das bayerische Lokalbahngesetz von 1884, nach dessen wichtigster Bestimmung interessierte Gemeinden nunmehr den Grunderwerb für die Bahntrasse selbst tätigen müssen, der rund 10% der Gesamtinvestition beträgt, woraufhin der Staat Bayern die Strecke baut und betreibt. Die Lokalbahnstrecken werden vollspurig ausgeführt, sodass ein nahtloser Übergang von Hauptbahnen auf Lokalbahnen und umgekehrt für Personen- und Güterverkehr möglich ist.
Neben den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen errichtet auch die private Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München (LAG) zahlreiche Lokalbahnen in Bayern.
1892 bis 1896 - Streitigkeiten um Lokalbahn
1892 beginnen die Planungen für eine Lokalbahn nach Velden, die im Bahnhof Dorfen abzweigen soll. Zunächst werden zwei Linienführungen projektiert, die 12,3 km lange Strecke über Grüntegernbach, Wasentegernbach und die 20 km lange Strecke über Taufkirchen.
Doch dann hält das kgl. Bezirksamt Erding eine Strecke von Dorfen bis Taufkirchen aus wirtschaftlichen Gründen für ausreichend.
Auch der Markt Dorfen äußert Bedenken, dass mit einem Bahnhof in Grüntegernbach eine Konkurrenz für Dorfen entsteht und Algasing will einen eigenen Bahnhof.
1894 bis 1910 - Lokalbahnbau-Boom
Mit dem Lokalbahngesetz können gezielt kostengünstige Nebenbahnen in Bayern gebaut werden – meist eingleisig, mit vereinfachten Baumaterialien und geringerer Technik.
Dieser Anstoß führt zum großen „Lokalbahnbau-Boom“ von etwa 1894 bis 1910, in dem fast die Hälfte aller Nebenbahnen in Bayern entstehen.
1896 - Baugebinn
1896 wird der Bau der Lokalbahn genehmigt und mit den Bauarbeiten begonnen. Folgende Bahnhöfen und Haltepunkten sind vorgesehen: Dorfen Markt, Algasing, Babing (Drf), Taufkirchen, Ratzing, Moosen, Babing (Vils), Velden.
Die zu nahe parallele Führung an die 1871 eröffnete Strecke München – Simbach bringt das Projekt einer Eisenbahnlinie München – Passau über das Vils- und Rottal zum Scheitern.
Auch der Antrag von 1891 auf eine Eisenbahnlinie von Erding über Taufkirchen, Velden nach Vilsbiburg (spätere B388) wird abgelehnt.
1880 bis 1956 - Klemloks
In Linz (seit 1880) und München liefert Krauss & Comp. Zehntausende kleiner Dampfloks, darunter den Krauss Typ XV‑Zug (um 1886–1889). Diese Maschinen sind robust, klein und passend für ländliche Nebenstrecken.
Später liebevoll „Klemlok“ genannt, weil sie von der bayerischen Lokomotivfabrik Krauss-Maffei gebaut wird – und der Lokführer oder Arbeiter, der sie oft fährt oder wartet, heißt Klem oder Klemm.
1882 - Secundärbahn Seekuh
Da aber die Vicinalbahnen in Form von Schmalspurbahnen noch zu kostenintensiv sind, verabschiedet man in Bayern 1882 das Gesetz über den Bau von Secundärbahnen, welches die Ausführung einfachster regelspuriger Nebenbahnen ermöglicht.
Unter dieser Bezeichnung wird allerdings lediglich die Strecke Erlangen–Gräfenberg in Betrieb genommen, die später im Volksmund auch den Namen »Seku« oder »Seekuh« erhält.
1884 - Lokalbahnen
Die Geburtsstunde der Lokalbahnen ist das bayerische Lokalbahngesetz von 1884, nach dessen wichtigster Bestimmung interessierte Gemeinden nunmehr den Grunderwerb für die Bahntrasse selbst tätigen müssen, der rund 10% der Gesamtinvestition beträgt, woraufhin der Staat Bayern die Strecke baut und betreibt. Die Lokalbahnstrecken werden vollspurig ausgeführt, sodass ein nahtloser Übergang von Hauptbahnen auf Lokalbahnen und umgekehrt für Personen- und Güterverkehr möglich ist.
Neben den Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen errichtet auch die private Lokalbahn Aktien-Gesellschaft München (LAG) zahlreiche Lokalbahnen in Bayern.
1892 bis 1896 - Streitigkeiten um Lokalbahn
1892 beginnen die Planungen für eine Lokalbahn nach Velden, die im Bahnhof Dorfen abzweigen soll. Zunächst werden zwei Linienführungen projektiert, die 12,3 km lange Strecke über Grüntegernbach, Wasentegernbach und die 20 km lange Strecke über Taufkirchen.
Doch dann hält das kgl. Bezirksamt Erding eine Strecke von Dorfen bis Taufkirchen aus wirtschaftlichen Gründen für ausreichend.
Auch der Markt Dorfen äußert Bedenken, dass mit einem Bahnhof in Grüntegernbach eine Konkurrenz für Dorfen entsteht und Algasing will einen eigenen Bahnhof.
1894 bis 1910 - Lokalbahnbau-Boom
Mit dem Lokalbahngesetz können gezielt kostengünstige Nebenbahnen in Bayern gebaut werden – meist eingleisig, mit vereinfachten Baumaterialien und geringerer Technik.
Dieser Anstoß führt zum großen „Lokalbahnbau-Boom“ von etwa 1894 bis 1910, in dem fast die Hälfte aller Nebenbahnen in Bayern entstehen.
1896 - Baugebinn
1896 wird der Bau der Lokalbahn genehmigt und mit den Bauarbeiten begonnen. Folgende Bahnhöfen und Haltepunkten sind vorgesehen: Dorfen Markt, Algasing, Babing (Drf), Taufkirchen, Ratzing, Moosen, Babing (Vils), Velden.
Dazu erhält der Bahnhof Dorfen ein weiteres Hauptgleis zwischen dem Empfangsgebäude und den bisherigen Gleisen sowie im Osten ein Umfahrgleis.
1897 bis 1899 - Anstieg des Verkehrsaufkommens
Die Eröffnung der Lokalbahn trägt zu einem weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens am Bahnhof Dorfen bei: Die Zahl der verkauften Fahrkarten steigt von 32.195 im Betriebsjahr 1897 auf 46.741 im Betriebsjahr 1899.
1898 bis 1993 - Lokalbahn nach Velden
Mit der Eröffnung der Königlich-Bayerischen Lokalbahn nach Velden in Kenntnis von Seiner Königlichen Hoheit den Prinz-Regenten wird der Bahnhof Dorfen zum Trennungsbahnhof.
Das Streckengleis der Lokalbahn zweigt im Osten des Bahnhofs in einem engen Gleisbogen von Gleis 1 ab; das nach Osten weiterführende Stumpfgleis ist mit einem Umfahrgleis ausgestattet. Ortsgüteranlage und Freiladegleis sind nun beidseitig angebunden.
Bereits vor dem 24. Dezember 1898 werden Sonderfahrten mit Eröffnungsfeierlichkeiten in den Orten längs der Lokalbahnlinie durchgeführt.
1898 - Nebenbahnstrecke Dorfen-Velden
Die eingleisige und nicht elektrifizierte Nebenbahn nach Velden (Streckennummer 5721), eine 20,5 Kilometer lange Stichbahn über Eibach, Taufkirchen/Vils, Moosen, zweigt im Osten des Bahnhofs Dorfen, bei Kilometer 0,0 beginnend, von der Bahnstrecke München–Simbach ab.
Sie wird am 24. Dezember 1898 eröffnet und bringt Dorfen den ortsnahen Bahnhof „Dorfen Markt” bei km 1,6. Fahrkartenausgabe und ein kleiner Warteraum befinden sich in der Gaststätte „Zur Halle”.
Ab 1898 - Zugverkehr
Auf der Lokalbahn zwischen Dorfen und Velden verkehren ab 1898 täglich drei gemischte Personen- und Güterzugpaare, von denen im Bahnhof Dorfen auf die Züge der Hauptbahn umgestiegen werden kann.
Ab 1898 - Übergangsstation
Ab 1898 ist der Bahnhof Dorfen Übergangsstation zur Lokalbahn nach Velden, an der die Rangierarbeiten für den Güterverkehr zwischen der Hauptbahn und der Lokalbahn stattfinden.
1901 - Die Lokalbahn
Die Lokalbahn ist ein Theaterstück von Ludwig Thoma. Er schreibt es im Jahr 1901; das Stück hat 1902 im Residenztheater in München Premiere.
1903 - Dorfen Bahnhof
Zur Unterscheidung vom Haltepunkt Dorfen Markt an der Lokalbahn benennt die Bayerischen Staatseisenbahnen den Bahnhof Dorfen zum 22. September 1903 in Dorfen Bahnhof um.
1897 bis 1899 - Anstieg des Verkehrsaufkommens
Die Eröffnung der Lokalbahn trägt zu einem weiteren Anstieg des Verkehrsaufkommens am Bahnhof Dorfen bei: Die Zahl der verkauften Fahrkarten steigt von 32.195 im Betriebsjahr 1897 auf 46.741 im Betriebsjahr 1899.
1898 bis 1993 - Lokalbahn nach Velden
Mit der Eröffnung der Königlich-Bayerischen Lokalbahn nach Velden in Kenntnis von Seiner Königlichen Hoheit den Prinz-Regenten wird der Bahnhof Dorfen zum Trennungsbahnhof.
Das Streckengleis der Lokalbahn zweigt im Osten des Bahnhofs in einem engen Gleisbogen von Gleis 1 ab; das nach Osten weiterführende Stumpfgleis ist mit einem Umfahrgleis ausgestattet. Ortsgüteranlage und Freiladegleis sind nun beidseitig angebunden.
Bereits vor dem 24. Dezember 1898 werden Sonderfahrten mit Eröffnungsfeierlichkeiten in den Orten längs der Lokalbahnlinie durchgeführt.
1898 - Nebenbahnstrecke Dorfen-Velden
Die eingleisige und nicht elektrifizierte Nebenbahn nach Velden (Streckennummer 5721), eine 20,5 Kilometer lange Stichbahn über Eibach, Taufkirchen/Vils, Moosen, zweigt im Osten des Bahnhofs Dorfen, bei Kilometer 0,0 beginnend, von der Bahnstrecke München–Simbach ab.
Sie wird am 24. Dezember 1898 eröffnet und bringt Dorfen den ortsnahen Bahnhof „Dorfen Markt” bei km 1,6. Fahrkartenausgabe und ein kleiner Warteraum befinden sich in der Gaststätte „Zur Halle”.
Ab 1898 - Zugverkehr
Auf der Lokalbahn zwischen Dorfen und Velden verkehren ab 1898 täglich drei gemischte Personen- und Güterzugpaare, von denen im Bahnhof Dorfen auf die Züge der Hauptbahn umgestiegen werden kann.
Ab 1898 - Übergangsstation
Ab 1898 ist der Bahnhof Dorfen Übergangsstation zur Lokalbahn nach Velden, an der die Rangierarbeiten für den Güterverkehr zwischen der Hauptbahn und der Lokalbahn stattfinden.
1901 - Die Lokalbahn
Die Lokalbahn ist ein Theaterstück von Ludwig Thoma. Er schreibt es im Jahr 1901; das Stück hat 1902 im Residenztheater in München Premiere.
1903 - Dorfen Bahnhof
Zur Unterscheidung vom Haltepunkt Dorfen Markt an der Lokalbahn benennt die Bayerischen Staatseisenbahnen den Bahnhof Dorfen zum 22. September 1903 in Dorfen Bahnhof um.
1909 - Zugunglück
Im Dezember 1909 kommt es zum ersten und einzigen Unfall auf der Strecke: ein Zug entgleist infolge vereister und verschneiter Schienen am Ortsrand von Taufkirchen, am Kellerberg, in Richtung Moosen.
Bis 1914 - Erweiterung des Zugverkehrs
Der Zugverkehr auf der Lokalbahn nach Velden erhöht sich bis 1914 auf vier Zugpaare an Werktagen, während die Zahl der Personenzüge zwischen München und Simbach konstant bleibt.
1929 - Kleinlokomotiven
Die Deutsche Reichsbahn führt den Begriff "Kleinlokomotive" um 1929 für Regelspurlokomotiven bis 150 PS bei einer maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h ein und beschafft nach der Erprobung verschiedener Versuchslokomotiven ab 1933 über 1000 Kleinlokomotiven unterschiedlicher Leistung vereinheitlichter Bauart.
Kleinlokomotiven sind Lokomotiven von geringer Größe und geringer Antriebsleistung für leichte Rangieraufgaben auf Bahnhöfen und Industriebahnen. Der Antrieb erfolgt meist über einen Dieselmotor, teilweise durch Dampfmaschine, Otto- oder Elektromotor.
1935 bis 1939 - Umbau der Bahnhofsanlagen
Die Deutsche Reichsbahn baut die Bahnhofsanlagen von Mitte bis Ende der 1930er um.
Im Osten des Bahnhofs errichtet die Deutsche Reichsbahn am bisherigen Umfahrgleis der Lokalbahn neue Gebäude für die beiden Bahnmeistereien (seit 1910).
Das Umfahrgleis wird teilweise zurückgebaut und endet fortan in einem neu errichteten Kleinlokschuppen, das anschließende Ausziehgleis dient nun als Anschluss für die Bahnmeistereien.
1938 bis 1970 - Klemlok
Von etwa 1938 bis 1970 ist in Dorfen die Klemlok Kö 4806 stationiert.
1951 - Winterfahrplan
Im Winterfahrplan 1951 bedient die Deutsche Bundesbahn die Nebenbahn mit vier Zugpaare nach Velden und eines nach Taufkirchen (Vils).
1953 - Schienenbusse
Bis Sommer 1968 wird ein Lokalbahnbetrieb mit kleinen Dampfzügen und ab 1953 mit motorisierten Schienenbussen durchgeführt.
Ein wesentlicher Bestandteil des Betriebes ist die Abfuhr von Gütern aus der Holz- und Landwirtschaft. Zuerst mit an die Personenzüge angehängte Güterwagen, später dann mit kleinen Güterzügen.
Im Dezember 1909 kommt es zum ersten und einzigen Unfall auf der Strecke: ein Zug entgleist infolge vereister und verschneiter Schienen am Ortsrand von Taufkirchen, am Kellerberg, in Richtung Moosen.
Bis 1914 - Erweiterung des Zugverkehrs
Der Zugverkehr auf der Lokalbahn nach Velden erhöht sich bis 1914 auf vier Zugpaare an Werktagen, während die Zahl der Personenzüge zwischen München und Simbach konstant bleibt.
1929 - Kleinlokomotiven
Die Deutsche Reichsbahn führt den Begriff "Kleinlokomotive" um 1929 für Regelspurlokomotiven bis 150 PS bei einer maximalen Geschwindigkeit von 30 km/h ein und beschafft nach der Erprobung verschiedener Versuchslokomotiven ab 1933 über 1000 Kleinlokomotiven unterschiedlicher Leistung vereinheitlichter Bauart.
Kleinlokomotiven sind Lokomotiven von geringer Größe und geringer Antriebsleistung für leichte Rangieraufgaben auf Bahnhöfen und Industriebahnen. Der Antrieb erfolgt meist über einen Dieselmotor, teilweise durch Dampfmaschine, Otto- oder Elektromotor.
1935 bis 1939 - Umbau der Bahnhofsanlagen
Die Deutsche Reichsbahn baut die Bahnhofsanlagen von Mitte bis Ende der 1930er um.
Im Osten des Bahnhofs errichtet die Deutsche Reichsbahn am bisherigen Umfahrgleis der Lokalbahn neue Gebäude für die beiden Bahnmeistereien (seit 1910).
Das Umfahrgleis wird teilweise zurückgebaut und endet fortan in einem neu errichteten Kleinlokschuppen, das anschließende Ausziehgleis dient nun als Anschluss für die Bahnmeistereien.
1938 bis 1970 - Klemlok
Von etwa 1938 bis 1970 ist in Dorfen die Klemlok Kö 4806 stationiert.
1951 - Winterfahrplan
Im Winterfahrplan 1951 bedient die Deutsche Bundesbahn die Nebenbahn mit vier Zugpaare nach Velden und eines nach Taufkirchen (Vils).
1953 - Schienenbusse
Bis Sommer 1968 wird ein Lokalbahnbetrieb mit kleinen Dampfzügen und ab 1953 mit motorisierten Schienenbussen durchgeführt.
Ein wesentlicher Bestandteil des Betriebes ist die Abfuhr von Gütern aus der Holz- und Landwirtschaft. Zuerst mit an die Personenzüge angehängte Güterwagen, später dann mit kleinen Güterzügen.
1957 bis 1960er - Erdölfunde
Erste Erdölbohrungen im Veldener Umland gibt es bereits 1955, die Blütezeit des Betriebs sind die 1960er.
Um das Öl leichter zu transportieren, entsteht 1961 eine Erdölleitung über Schleichwies, die über mehrere Pumpstationen führt und schließlich in Velden ankommt. Dort gelangt das Öl zum Bahnhof und macht sich auf die Reise nach Ampfing, wo eine Aufbereitungsanlage steht.
1962 - Heater Treater
1962 kommt der "Heater Treater", eine Erdöl-Aufbereitungsanlage, direkt nach Velden.
Das Öl, das sie reinigt, kommt zuerst in Tanks und dann per Zug in große Raffinerien ins Ruhrgebiet.
Im Laufe der Jahre wird die Ölgewinnung jedoch zunehmend unattraktiver, weil es immer aufwendiger wird, den Rohstoff aus der Erde zu bekommen.
Erste Erdölbohrungen im Veldener Umland gibt es bereits 1955, die Blütezeit des Betriebs sind die 1960er.
Um das Öl leichter zu transportieren, entsteht 1961 eine Erdölleitung über Schleichwies, die über mehrere Pumpstationen führt und schließlich in Velden ankommt. Dort gelangt das Öl zum Bahnhof und macht sich auf die Reise nach Ampfing, wo eine Aufbereitungsanlage steht.
1962 - Heater Treater
1962 kommt der "Heater Treater", eine Erdöl-Aufbereitungsanlage, direkt nach Velden.
Das Öl, das sie reinigt, kommt zuerst in Tanks und dann per Zug in große Raffinerien ins Ruhrgebiet.
Im Laufe der Jahre wird die Ölgewinnung jedoch zunehmend unattraktiver, weil es immer aufwendiger wird, den Rohstoff aus der Erde zu bekommen.
Bis 1968 - Vier Zugpaare
Auf der Nebenbahn nach Velden fahren bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1968 vier Zugpaare.
1968 - Einstellung des Personenverkehrs
Der Güterverkehr bleibt vorerst zwar weiterhin rentabel, aber die zunehmende Motorisierung und die Einführung des Werksverkehrs der Firma Himolla lassen die Fahrgastzahlen zurückgehen.
Die Deutsche Bundesbahn stellt deshslb den Personenverkehr auf der Strecke Dorfen–Velden am 26. Mai 1968 ein. Damit verliert der Bahnhof Dorfen seine Funktion als Umsteigepunkt, die Gleisanlagen bleiben jedoch zunächst unverändert erhalten.
1971 - Letzte Dampflock
Die letzten Dampflokomotiven fahren bis 1971 und werden dann ersetzt durch Diesellokomotiven.
1993 - Einstellung des Güterverkehrs
Ab den 1970er geht der Güterverkehr am Bahnhof und auf der Nebenbahn durch die Konkurrenz der Straße zunehmend zurück.
Bis zur Einstellung des Güterverkehrs 1993 fahren von Dorfen noch unregelmäßig Übergabegüterzüge nach Velden.
Den örtlichen Güterverkehren führt die Deutsche Bundesbahn mit Nahgüterzügen und zuletzt mit Übergabegüterzügen vom Bahnhof Mühldorf aus durch.
Der Güterverkehr bleibt vorerst zwar weiterhin rentabel, aber die zunehmende Motorisierung und die Einführung des Werksverkehrs der Firma Himolla lassen die Fahrgastzahlen zurückgehen.
Die Deutsche Bundesbahn stellt deshslb den Personenverkehr auf der Strecke Dorfen–Velden am 26. Mai 1968 ein. Damit verliert der Bahnhof Dorfen seine Funktion als Umsteigepunkt, die Gleisanlagen bleiben jedoch zunächst unverändert erhalten.
1971 - Letzte Dampflock
Die letzten Dampflokomotiven fahren bis 1971 und werden dann ersetzt durch Diesellokomotiven.
1993 - Einstellung des Güterverkehrs
Ab den 1970er geht der Güterverkehr am Bahnhof und auf der Nebenbahn durch die Konkurrenz der Straße zunehmend zurück.
Bis zur Einstellung des Güterverkehrs 1993 fahren von Dorfen noch unregelmäßig Übergabegüterzüge nach Velden.
Den örtlichen Güterverkehren führt die Deutsche Bundesbahn mit Nahgüterzügen und zuletzt mit Übergabegüterzügen vom Bahnhof Mühldorf aus durch.
1993 - Stilllegung der Nebenbahn
Am 27. September 1993 legt die Deutsche Bundesbahn die seit 1968 nur noch im Güterverkehr befahrene Nebenbahn nach Velden still und baut bis 1994 das Hauptgleis der Nebenbahn im Bahnhofsbereich zurück.
Der Bahnhof Dorfen ist nun nur noch Zwischenbahnhof der Hauptbahn.
1994 - Parkplatz und Baumreihe
Auf dem ehemaligen Gleisbett vor dem Empfangsgebäude pflanzt die Deutsche Bundesbahn eine Baumreihe; im Bereich des abzweigenden Gleisbogens im Osten des Bahnhofs entsteht ein Parkplatz.
Zugleich werden die beiden verbliebenen Bahnsteige erhöht und teilweise verlegt.
2001 - Vilstalradweg
Der 116 km lange Vilstalradweg beginnt in Dorfen und führt entlang der Vils auf der früheren Bahntrasse der Lokalbahn über Eibach, Taufkirchen, Moosen nach Velden durch unberührte und dünn besiedelte Naturlandschaft.
2001 - Aufstellung einer Klemlok
Die Klemlok Ka 4910 der Firmen Windhoff und SSW (Bj. 1937), die der Klemlok Kö 4806 ähnelt, wird am Standort Buchbacher Straße/Radweg aufgestellt. Sie ist 6,45 m lang, wiegt 16,75 t und hat eine Leistung von 2x 17,5 kw. Bis 1995 war sie im Großraum München im Einsatz.
2020 - Modell der Lokalbahn
Der Eisenbahn und Modellbahnverein Taufkirchen eV lässt in seiner Vereinsunterkunft einen kleinen Ausschnitt der Lokalbahn Dorfen – Velden in Maßstab 1 zu 87 wieder auferstehen und kann Anfang 2020 der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Der Eisenbahn und Modellbahnverein Taufkirchen eV lässt in seiner Vereinsunterkunft einen kleinen Ausschnitt der Lokalbahn Dorfen – Velden in Maßstab 1 zu 87 wieder auferstehen und kann Anfang 2020 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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