Das Molassebecken erstreckt sich mit einer Länge von etwa 1000 km und umfasst Teile von Frankreich, der Schweiz, Deutschland und Österreich. Es reicht im Westen bis zum Genfersee und erreicht in der Region des bayerischen Alpenvorlands seine größte Breite von fast 130 km. Nach Osten verengt sich das Becken, wobei es im Bereich von Amstetten in Niederösterreich auf etwa 10 km schrumpft.
Das Molassebecken entstand während der Endphase der Alpenentstehung, als sich die europäische Kontinentalplatte unter der Last der ansteigenden Alpenkruste herabbog. Zunächst bildete sich ein schmaler Meeresarm (das Molassemeer), der sich im Verlauf des Tertiärs rasch mit Sedimenten füllte und verlandete. In dieser Zeit verfrachteten Flüsse große Mengen an Erosionsmaterial aus den Alpen in das Becken, wobei grobe Materialien wie Schotter und Grobsand vor allem im alpennahen Vorland abgelagert wurden.
Die Sedimente der Oberen Süßwassermolasse (OSM), die in dieser Periode vor allem den Bereich des Dorfener Raums prägen, bestehen aus Konglomeraten, Grobsandsteinen und tonigen Ablagerungen. Diese abgelagerten Materialien bilden die Grundlage für das charakteristische Landschaftsbild im Dorfener Raum, das durch sanfte Hügel und Muldentäler gekennzeichnet ist.
Die geologischen Prozesse, die das Molassebecken formten, spiegeln sich nicht nur in der regionalen Morphologie wider, sondern auch in den heutigen geologischen Bedingungen und der Artenvielfalt im Gebiet, da die Molassesedimente häufig Reste von Pflanzen und anderen organischen Materialien enthalten.
Die Entwicklung des Molassebeckens im Dorfener Raum stellt daher ein faszinierendes Kapitel in der geologischen Geschichte der Alpenregion dar:
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Vor etwa 34 bis 28 Millionen Jahren – Ablagerung der Unteren Meeresmolasse
- Zu Beginn des Miozäns befindet sich das Molassebecken unter Wasser.
- Es wird von marinen Sedimenten geprägt, da das Molassemeer Teil der Paratethys ist, die sich aus dem mesozoischen Tethys-Ozean entwickelt.
- Diese Schichten bilden die Untere Meeresmolasse.
Vor etwa 28 bis 22 Millionen Jahren – Ablagerung der Unteren Süßwassermolasse
- Mit dem Rückzug des Molassemeers beginnt das Land sich zu erheben, und Flüsse durchziehen das Gebiet.
- Sie transportieren große Mengen Erosionsmaterial und lagern dieses ab, was zur Entstehung der Unteren Süßwassermolasse führt.
- Diese besteht hauptsächlich aus Grobsandsteinen und Konglomeraten, die nahe der Alpen abgelagert werden.
Vor etwa 22 bis 16 Millionen Jahren – Ablagerung der Oberen Meeresmolasse
- Nach einer Phase der Verlandung und erneuten Verbindung mit dem Molassemeer werden marine Schichten abgelagert.
- Diese Ablagerungen bilden die Obere Meeresmolasse, die vor allem tonige und mergelige Sedimente umfasst.
16 bis 5 Millionen Jahre – Obere Süßwassermolasse
- In dieser Periode wird das Molassebecken durch die Ablagerung von Sedimenten aus den Alpen geprägt, wodurch das heutige Tertiärhügelland entsteht.
- Flüsse transportieren große Mengen an Erosionsmaterial ins Becken, wodurch eine starke Veränderung der Landschaftsstruktur stattfindet.
- Die Obere Süßwassermolasse, die hauptsächlich aus Grobsanden, Schottern und Konglomeraten besteht, bringt im Dorfener Raum wesentliche Veränderungen hervor.
- Erosionsprozesse, Sedimentation und klimatische Bedingungen spielen eine zentrale Rolle bei der Schaffung des Tertiärhügellandes, das die heutige Landschaft um Dorfen maßgeblich beeinflusst.
- Die kontinuierliche Ablagerung von Sedimenten aus den Alpen und die Veränderung des Flusssystems führen zu einer Stabilisierung und Formung des Gebiets, das mit seiner markanten Hügel- und Talstruktur sichtbar bleibt.
16 bis 13 Millionen Jahren – Starke Erosion und Feuchtgebietsbildung
- Das Klima bleibt in dieser Zeit relativ warm, was zu einer verstärkten Erosion und zu feuchten Bedingungen führt, die die Bildung von Süßwasserseen und Sumpfgebieten begünstigen.
- Die feuchten Bedingungen ändern das Landschaftsbild des Dorfener Raumes und tragen zur Bildung von Süßwasserablagerungen bei.
- Es entstehen moorartige Gebiete und ein zunehmend feuchtes Milieu, das die Ablagerung von tonigen und schlickigen Sedimenten begünstigt.
- Die Flüsse in der Umgebung von Dorfen transportieren feineres Material, wodurch sich die Landschaft kontinuierlich verändert und das Tertiärhügelland weitergeformt wird.
13,82 bis 11,62 Millionen Jahren – Serravallium
- Im Serravallium werden größere Mengen Konglomerate und Grobsandsteine aus den Alpen abgelagert, die das geologische Bild des Vorlandes, die Hügel und Täler der Region prägen.
- Durch die zunehmenden Ablagerungen vergrößert sich die Süßwassermolasse.
13 bis 11 Millionen Jahren – Verstärkter Einfluss der Sedimentation
- Die Gebirgsbildung setzt sich fort und beeinflusst das Sedimentationsverhalten der Flüsse.
- Das Gelände wird zunehmend von Flüssen mit groben Ablagerungen, wie Konglomeraten und Grobsanden, geprägt, die in das Molassebecken transportiert werden.
- Das Gebiet rund um Dorfen wird stärker von groben Sedimenten wie Konglomeraten geprägt, was die Geologie des Gebiets stabilisiert und gleichzeitig die Formung des heutigen Landschaftsbildes, des Tertiärhügellandes, vorantreibt.
11,62 bis 7,246 Millionen Jahren – Tortonium
- Im Tortonium wird weiterhin Konglomerat und Grobsandstein abgelagert.
- Die Ablagerungstiefe und das Material variieren und werden oft feiner.
- Diese Schicht ist Teil der Entwicklung der Oberen Süßwassermolasse.
11,6 bis 7,2 Millionen Jahren – Stärkere Gebirgserhebung und Erosion
- Durch die fortschreitende Gebirgserhebung entstehen neue Ablagerungen und die Landschaft wird weiter geprägt.
- Die Veränderungen im Geländeverlauf führen zu einer weiteren Formung des Dorfener Raums, der durch sanfte Hügel und Muldentäler gekennzeichnet bleibt.
- Die Ablagerungen im Dorfener Raum setzen sich aus groben und feineren Sedimenten zusammen, was zur Bildung der markanten Gegebenheiten des Tertiärhügellandes führt.
10 bis 5 Millionen Jahren – Veränderung des Flusssystems/Stabilisierung der Landschaft
- Das Flusssystem wird zunehmend in eine nordöstliche Richtung gelenkt.
- Dies führt zu einer stabileren Landschaftsstruktur im Dorfener Raum, wobei die geologischen Schichten weiter konsolidiert werden.
- Die anhaltende Erosion und die Ablagerung von Sedimenten führen zur Formung der charakteristischen Hügel und Täler des Tertiärhügellandes, das bis heute die Landschaft rund um Dorfen prägt.
7,246 bis 5,332 Millionen Jahren – Pontium
- Im Pontium endet die alpidische Gebirgsbildung.
- Das Klima bleibt warm, während sich die Paratethys weiter zurückzieht und die Region eine Verlandung erlebt.
- Diese Periode ist von der Ablagerung feinkörniger Sedimente geprägt, die die Entwicklung der Süßwassermolasse im Dorfener Raum beeinflussen.
- Die Dorfener Region ist jetzt weitgehend von flachen Hügeln und Tälern geprägt, die durch die Ablagerung der Oberen Süßwassermolasse gebildet wurden.
- Feinkörnige Sedimente dominieren nun das Bild, und die Landschaft ist weitgehend geformt.
- Das Tertiärhügelland wird stabiler und prägt das heutige Gepräge von Dorfen.

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