Donnerstag, 13. März 2025

Miozän

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Das Miozän, das vor etwa 23 Millionen Jahren begann und vor etwa 5,3 Millionen Jahren endete, war eine geologisch und klimatisch prägende Zeit für den heutigen Dorfener Raum. Während dieser Epoche war das Gebiet Teil einer dynamischen Landschaft, die sich durch wiederholte Meereseinbrüche, subtropische Wälder und bedeutende geologische Veränderungen auszeichnete.

Zunächst lag Dorfen am Rand des Molassemeeres, das sich über weite Teile Süddeutschlands erstreckte. Flüsse transportierten große Mengen an Sedimenten aus den entstehenden Alpen in das Vorland, wodurch sich die Obere Süßwassermolasse ablagerte – ein Gestein, das heute den Boden der Region bildet.

Mit dem Rückzug des Meeres bildeten sich dichte Wälder, Flüsse und Seen. Auch die Graupensandrinne, eine bedeutende alte Flussrinne, könnte mit diesem Landschaftswandel in Verbindung stehen. Schließlich kam es durch die Hebung des Alpenvorlands zur Entstehung des Tertiärhügellandes, wodurch die ehemaligen Inseln und Küstenlinien heute als sanfte Hügel in der Umgebung von Dorfen sichtbar sind.

Das Miozän war somit eine Zeit des Umbruchs, in der die Grundlagen für die heutige Landschaft gelegt wurden. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Ereignisse dieser Epoche und ihre Auswirkungen auf den Dorfener Raum.
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23,03–5,333 Mio. Jahre vor heute – Miozän
  • Das Miozän ist eine geologische Serie des Neogens und war zuvor Teil des Tertiärs.
  • Es folgt auf das Oligozän und geht dem Pliozän voraus.

23,03–20,44 Mio. Jahre – Aquitanium (Unteres Miozän)
  • Beginn des Miozäns mit warmem Klima und der Ablagerung mächtiger Sedimente in europäischen Meeresbecken.
  • Im Dorfener Raum breitet sich das Molassemeer aus und lagert erste Sedimente ab.

20,44–15,97 Mio. Jahre – Burdigalium (Unteres Miozän)
  • Die Indische und Afrikanische Platte bewegen sich weiter nach Norden, was die Gebirgsbildung in Asien und Europa intensiviert.
  • Die Alpen beginnen sich stärker zu erheben, was zur Ablagerung von Gesteinsmaterial im Dorfener Raum führt.
  • Das Gebiet ist von Flusslandschaften und Küsten geprägt.

18–17 Mio. Jahre – Entstehung der Graupensandrinne
  • Eine prädanubische Entwässerungsrinne bildet sich am Nordrand der alpinen Vorlandsenke.
  • Die Rinne wird durch fluviatile und marine Sedimente aufgefüllt, darunter der charakteristische "Graupensand".
  • Sie könnte einen früheren Abflussweg des Molassemeers dargestellt haben.

17–15 Mio. Jahre – Klimaoptimum des Miozäns
  • Globale Temperaturen steigen, Teile des antarktischen Eisschilds schmelzen teilweise ab. Flachmeere überfluten große Teile Europas, die Tiefseetemperaturen steigen von 3 °C auf 7 °C.
  • In Dorfen und Umgebung gedeihen subtropische Wälder mit Lorbeergewächsen, Magnolien und Palmen.

15,97–13,82 Mio. Jahre – Langhium (Mittleres Miozän)
  • Subtropische Wälder dominieren Europa, mit Lorbeergewächsen, Magnolien, Feigen und Palmen. Mangroven wachsen an den Küsten, Korallenriffe breiten sich aus.
  • Im Dorfener Raum prägen dichte Laubwälder und ein warmes Klima die Landschaft.

14,8 Mio. Jahre – CO₂-Konzentration sinkt unter 400 ppm
  • Der Antarktische Eisschild wächst erneut, das Klima wird kühler.

14,6 Mio. Jahre – Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries
  • • Ein 1500 m großer Meteorit schlägt ein und erzeugt einen 20 × 24 km großen Krater.
  • Ein See bildet sich und wird später mit Sedimenten aufgefüllt.

14,1 Mio. Jahre – Meteoriteneinschlag im Steinheimer Becken
  • Ein Meteorit mit einem Durchmesser von 100–150 m schlägt mit etwa 72.000 km/h ein.
  • Der entstandene Krater hat einen Durchmesser von ca. 3,8 km.

13,82–11,62 Mio. Jahre – Serravallium (Mittleres Miozän)
  • Das Klima bleibt relativ warm, aber trockener als zuvor.
  • Die letzten großen Meereseinbrüche im Dorfener Raum ziehen sich zurück.

11,62–7,246 Mio. Jahre – Tortonium (Oberes Miozän)
  • In Europa entwickelt sich ein mildes, teils trockenes Klima.
  • In Dorfen und Umgebung beginnt sich die Landschaft zu verändern: das Meer verschwindet endgültig, und Flüsse lagern weitere Sedimente ab.

10,2–9,8 Mio. Jahre & 9,0–8,5 Mio. Jahre – „Waschküchen-Phasen“
  • Zwei Perioden mit feucht-subtropischem Klima und hohen Niederschlagsmengen von über 1500 mm jährlich.
  • Feuchtere Phasen im Dorfener Raum könnten zur Bildung von Mooren und dichten Wäldern geführt haben.

7,246–5,333 Mio. Jahre – Messinium (Oberes Miozän)
  • Das Mittelmeer verliert allmählich seine Verbindung zum Indischen Ozean, was geologische Veränderungen mit sich bringt.
  • Die Molasseablagerungen in Bayern setzen sich fort, aber die Landschaft wird trockener.

Nach 5,333 Mio. Jahren – Ende des Miozäns & Beginn des Pliozäns
  • Die anhaltende Hebung der Alpen wirkt sich auf das Vorland aus, darunter auch auf den Dorfener Raum.
  • Die letzten Überreste des Meeres verschwinden vollständig, die Sedimentablagerungen der Oberen Süßwassermolasse bilden die Grundlage für die heutige Landschaft.

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