Vor Millionen von Jahren, als das Land noch vom Urmeer durchdrungen war, traten Meeresarme aus der Burgundischen Pforte und dem Wiener Becken in das Tertiärhügelland ein, wie zarte Finger, die Sand und Mergel ablagerten und der Region den nährstoffreichen Boden schenkten, der bis heute die Grundlage der Landwirtschaft bildet. Der sanfte Löss, angeweht von den Gletscherwinden der Eiszeiten, bedeckt die hügeligen Weiten wie eine lebendige Decke. Dieser Löss, der in einer Zeit entstand, als das Land frei vom ewigen Eis der Gletscher war, schenkt den Menschen und ihren Feldern bis heute seine Fruchtbarkeit.
Die Böden selbst tragen die Geschichte des Landes in sich. Die Braunerden der Hallertau mit ihrer Basensättigung erzählen von einem fruchtbaren Herzen, während die nährstoffärmeren, leicht sauren Braunerden und die Podsol-Braunerden, die manchmal mit dunklem Ortstein durchzogen sind, an die Unberührtheit der Vergangenheit erinnern. In diesem Land der Braunerden gedeiht vor allem das Gras, und es sind die Futterbaubetriebe, die das Gesicht der Landwirtschaft hier prägen. Die Weiler, die seit über tausend Jahren das Bild der Hügel zieren, wirken wie lebendige Zeugen der Geschichte, in der das Land seit dem Ende des 5. Jahrhunderts nach und nach von Menschen erschlossen und gerodet wurde.
Die Wälder, die einst aus Buchen bestanden und das Hügelland in ein grünes, dichtes Dach kleideten, sind heute größtenteils verschwunden. Nur ein Fünftel der Fläche ist noch von Wald bedeckt, und die Fichten, die nun das Forstbild dominieren, geben dem Land ein anderes, doch nicht weniger erhabenes Antlitz. In den kiesigen Gebieten des Südostens sind es die Kiefern, die den Boden ergreifen und ihre Wurzeln tief in die erdige Erinnerung des Landes schlagen. Lediglich an den Flussauen findet sich noch die ursprüngliche Vegetation, ein zarter Hauch dessen, was das Land einst war.
Das Tertiärhügelland ist mehr als eine Landschaft. Es ist eine Zeitreise, ein stilles, lebendiges Gedicht der Erde selbst, geformt von Wasser, Wind und der unaufhaltsamen Kraft der Zeit. Hier, wo die sanften Hügel sich bis zum Horizont erstrecken, treffen Natur und Geschichte aufeinander und erinnern uns daran, wie vergänglich und zugleich unvergänglich das Land selbst ist.
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35–23 Mio. Jahre - Entstehung der Paratethys
Zu Beginn des Oligozäns bildet sich die Paratethys als Randmeer zwischen den sich erhebenden Gebirgen der Alpen und Karpaten sowie dem eurasischen Festland.
Die Region um Dorfen wird in dieser Zeit von marinen Bedingungen geprägt, was die Ablagerung von Sedimenten in den Küsten- und flachen Meeresbereichen begünstigt.
28–25 Mio. Jahre - Marine Bedingungen und Ablagerung von Molasse
Während des mittleren Oligozäns bleiben die marinen Bedingungen in der Region erhalten.
Das Meer ist noch mit der Nordsee und dem Mittelmeer verbunden, und es entstehen Ablagerungen, die später die Grundlage für die Molasse bilden.
Diese Schichten bestehen aus feinkörnigen Sedimenten wie Sand, Ton und Kalk und prägen die geologische Struktur der Region.
23–20 Mio. Jahre - Rückzug des Meeres und Beginn der Erosion
Ab dem späten Oligozän zieht sich das Meer immer weiter zurück. Die Region um Dorfen wird zunehmend landbasiert, und das Land beginnt sich aus der Paratethys zu erheben.
Der Rückzug des Meeres führt dazu, dass die ehemals marinen Schichten zunehmend von Flüssen erodiert werden.
Die tektonische Hebung der Gebirgszüge und die zunehmende Erosion durch Flüsse, die aus den Alpen heranführen, gestalten das Gelände um Dorfen.
20–15 Mio. Jahre - Bildung der Oberen Süßwassermolasse (OS)
Im frühen Miozän (Burdigalium) beginnt sich die Landschaft weiter zu verändern.
Die Paratethys hat sich weitgehend zurückgezogen, und der Raum um Dorfen wird von Flüssen und anderen Gewässern geprägt, die Süßwassermolasse ablagern.
Diese Ablagerungen bestehen aus Sanden, Kieseln und tonhaltigen Sedimenten. Sie werden als „Obere Süßwassermolasse“ bezeichnet und sind charakteristisch für das Miozän.
Diese Schichten bilden später das Rückgrat des Tertiärhügellandes.
15–10 Mio. Jahre - Gebirgshöhung und geologische Umgestaltung
Während des mittleren Miozäns, insbesondere im Langhium und Serravallium, setzt die Gebirgshöhung weiter fort. Die Alpen und die Karpaten heben sich weiterhin, wodurch das Gebirgsmassiv und das umliegende Land weiter verformt werden.
Inseln und höher gelegene Bereiche, die während der Feuchtgebietszeit als Teile von Brackwasserzonen aus dem Wasser ragten, heben sich durch Erosion und geologische Prozesse weiter an. Diese Umgestaltung prägt das heutige Tertiärhügelland.
10–5 Mio. Jahre - Entwicklung des heutigen Tertiärhügellandes
Im späteren Miozän, etwa ab dem Tortonium, tritt die Region aus der Feuchtgebietszone heraus, und die einstigen Inseln und erodierten Gebirgsteile ragen nun als sanfte Hügel und Höhenzüge aus der Landschaft hervor.
Erosion und Sedimentation durch Flüsse schaffen die charakteristischen Hügelformen, die das Tertiärhügelland prägen.
Der Rückzug des Meeres und die Schaffung neuer Landschaften, durch die Weiterführung der Gebirgshöhung und tektonische Aktivität, führen zur Entstehung der finalen Form des Tertiärhügellandes.
5–2,6 Mio. Jahre - Weitere Veränderungen und Stabilisierung
Im Pliozän setzt sich die Entwicklung fort, die Landschaft stabilisiert sich zunehmend.
Die Flüsse und geologischen Prozesse formen das Tertiärhügelland weiter, wobei die Tendenz zu sanften Hügeln und Ausläufern im heutigen Dorfen deutlich wird.
Der Niederschlag an geologischen Spuren und Sedimenten, die durch den Rückzug der Paratethys und die weiteren tektonischen Prozesse geformt wurden, stabilisiert die Landschaft und führt zur Entstehung der heutigen Hügel- und Weinanbaugebiete.
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