Im 16. Jahrhundert erhielt das Haager Tor seine prächtige, fast identische Form zu jener des bis heute erhaltenen Öttinger Tors von 1530. Es trug den Namen „Haager Tor“, da hier die Straße in die Freie Reichsgrafschaft Haag führte, doch ebenso wurde es „Hämmler Tor“ genannt – ein Klangbild des beständigen Hämmerns der Schmiede und Schlosser, die in diesem Teil des Marktes ansässig waren. Vor den Toren arbeiteten eifrige Handwerker wie der Folger-Schmied und die Schlosserei Höh, deren Werke die Lebendigkeit und das handwerkliche Können jener Epoche widerspiegelten.
Mit einer Gesamthöhe von 10,90 Metern, einer Durchfahrt von 4,30 Metern Höhe und 3,30 Metern Breite ähnelte das Haager Tor in Größe und Bauform stark dem Unteren Tor. Doch die Zeiten brachten Wandel: Zwei verheerende Brände in den Jahren 1865 und 1878 schwächten die steinernen Mauern des Tores so sehr, dass es 1885 endgültig abgetragen wurde.
Heute bleibt nur die Erinnerung an dieses eindrucksvolle Bauwerk, das nicht nur als Durchlass, sondern auch als kulturelles Herzstück diente, wo Zölle erhoben wurden, Handel florierte und die Tore der Stadt den Puls des Lebens bewachten – bis „kurz vor Toresschluss“.
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1229 bis 1231 - Gründung des Marktes Dorfen
Der mittelalterliche Markt Dorfen ist mit 4 Toren, einem davor liegenden Wassergraben, dem Herzoggraben mit 4 Zugbrücken, einem mit Holzpalisaden verstärktem Wall und davor einem Spitzgraben umwehrt.
Das südliche Tor wird Haager Tor genannt, da hier die Straße zur Freien Reichsgrafschaft Haag führt. Das Haager Tor wird auch Hämmler Tor genannt, weil in diesem Teil des Marktes viele Schlosser und Schmiede angesiedelt sind.
1443 - Steinerne Tore
Die vier steinernen Tore werden Mitte des 14. Jahrhunderts in gotischen Bauform mit Walmdach erbaut. Erste urkundliche Erwähnung 1443.
1530 - Torumbauten
Um die Wende zum 16. Jh. erhalten die vier Tore eine gotische Bauform, die nahezu identische ist mit der Form des bis heute unverändert gebliebenen Öttinger Tors.
1815 - Siedlungen vor den Toren
Vor dem Haager Tor entsteht durch die Verlagerung der Folger-Schmied, der Rotteneicher-Schmied, die Schlosserei Höh, die Schlosserei Gams und zwei Feilenhauereien eine größere Ansiedlung.
1865 und 1878 - Stadtbrände
Das Haager Tor wird bei zwei Stadtbränden in den Jahren 1865 und 1878 stark beschädigt und nicht mehr aufgebaut.
1885 - Abbruch des Haager Tores
1885 werden die verbliebenen Reste des Haager Tores abgebrochen.
1900 - Ausdehnung von Dorfen
Durch die Beseitigung der alten Stadtbefestigung dehnt sich Dorfen ab 1900 nun in Richtung Süden zum Bahnhof Dorfen hin aus. Entlang der Haager Straße und am Bahnweg entstehen erste Ansiedlungen.
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