Der Schwammerl-Platz
Der Schwammerl-Platz ist ein besonderer Aussichtspunkt im Süden von Dorfen, auf einer sanften Anhöhe. Der Weg dorthin führt entweder über den Bahnübergang bei der Birkenallee oder durch den Wald des Fürmetz-Hölzls. Der Wald, mit seinen hohen Bäumen und dem beruhigenden Zwitschern der Vögel, ist schon ein Teil des Zaubers, der diesen Ort umgibt. Er lädt ein, den Alltag hinter sich zu lassen und in der Stille der Natur zu versinken.
Auf dem Schwammerl-Platz selbst befindet sich ein markanter hölzerner Pilz, der den Namen „Schwammerl“ trägt. Der Pilz, der etwa drei Meter hoch ist, hat ein rot-weißes Blechdach, das ihm das Aussehen eines Fliegenpilzes verleiht. Dieses Dach, mit den klaren, leuchtenden Farben, ist das Wahrzeichen des Platzes. Rund um den Stamm des Pilzes ist eine Holzbank montiert, die den Besuchern Gelegenheit zur Rast bietet. Es ist ein beliebter Ort für Wanderer, Familien, Kinder und vor allem für Paare, die sich hier treffen, um die Ruhe und die Aussicht zu genießen.
Die Aussicht vom Schwammerl-Platz ist atemberaubend. Von hier aus kann man weit über die Region blicken, in die weite Landschaft, die sich sanft bis zum Horizont erstreckt. Besonders in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang, wenn das Licht die Farben der Natur in sanfte Töne taucht, wird dieser Platz zu einem fast magischen Ort.
Die Geschichte
Die Geschichte des Schwammerl-Platzes beginnt in den frühen Jahrzehnten des 20.Jhs. Der genaue Ursprung des Schwammerls ist nicht bekannt, doch es wird vermutet, dass das erste Bankerl an diesem idyllischen Aussichtspunkt entweder von der Familie Bachmayr, die auch das Gut Osendorf besaß, oder vom Dorfener Verschönerungsverein aufgestellt wurde. Die Region war bekannt für ihre Liebe zur Natur und ihre Bemühungen, solche Plätze zu schaffen, an denen sich die Dorfgemeinde versammeln konnte.
In den 1950er wurde der Schwammerl neu errichtet, als die Firma Zehtner ein verzinktes Blechdach auf das ursprüngliche Bankerl montierte. Dieses einfache, aber funktionale Dach ermöglichte es den Wanderern, auch bei schlechterem Wetter Rast zu machen. Der Schwammerl war zu diesem Zeitpunkt bereits ein gern besuchter Ort, doch er war noch nicht das markante Wahrzeichen, das er später wurde.
Ende der 1960er erlebte der Schwammerl eine auffällige Veränderung: In einer geheimen Nacht- und Nebelaktion erhielt der Schwammerl sein heute bekanntes rot-weißes Fliegenpilz-Dach. Diese auffällige Gestaltung mit den charakteristischen weißen Punkten auf dem roten Blechdach verlieh dem Schwammerl sein unverwechselbares Aussehen. Die genauen Hintergründe dieser Veränderung bleiben ein Rätsel, da die Verantwortlichen nie ermittelt wurden. Doch von diesem Zeitpunkt an wurde der Schwammerl nicht nur ein Treffpunkt für die Dorfgemeinde, sondern auch zu einem Symbol für die Region, das sich durch seine besondere Form und Farbgebung auszeichnete.
Der Schwammerl war nun ein wahres Wahrzeichen der Gegend – ein Ort der Entspannung und des Zusammenkommens, der sowohl Einheimische als auch Gäste anlockte. Die Veränderungen in seiner Gestaltung trugen dazu bei, dass der Schwammerl-Platz immer bekannter und beliebter wurde, auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch keine politische Symbolik damit verbunden war.
In den 1970er wurde der Schwammerl zu einem Wahrzeichen des Widerstands gegen die Isentalautobahn und ein zentraler Versammlungsort für die Menschen, die gegen den Bau der Autobahn kämpften. Hier fanden viele öffentliche Versammlungen und Gespräche statt, bei denen die Bürger ihre Sorgen und Ängste über die Auswirkungen des Projekts äußerten. Der Schwammerl wurde zu einem Symbol der Gemeinschaft und des Widerstands, der für die Erhaltung des ländlichen Charakters der Region kämpfte.
Doch 2015, mit dem Bau der A94, musste der Schwammerl-Platz seinem Platz im Widerstand weichen. Das historische Wahrzeichen wurde abgebaut und im Dorfener Bauhof eingelagert. Doch der Schwammerl verschwand nicht aus dem kollektiven Gedächtnis der Dorfener. Die Sehnsucht nach dem Schwammerl blieb bestehen.
Der Wiederaufbau
Der Schwammerl sollte nicht einfach der Geschichte angehören. In den Jahren nach dem Abbau wurde nach einem neuen Standort für das Wahrzeichen gesucht. 2020 fand sich schließlich ein neuer Platz für den Schwammerl, östlich des Fürmetz-Hölzls bei der Wasserreserve. Es war ein Ort, der sowohl die Nähe zur Natur als auch den historischen Charme des Schwammerls bewahrte.
Die Restaurierung des Schwammerls im städtischen Bauhof erweckte das geliebte Wahrzeichen in seiner ursprünglichen, vertrauten Gestalt zu neuem Leben. Am 30. April 2023, pünktlich zum Frühling, wurde der neue Schwammerl-Platz feierlich eröffnet. Bürgermeister Heinz Grundner hielt die Einweihungsrede, die von der Jugendtanzgruppe des Trachtenvereins Wasentegernbach mit einer musikalischen Darbietung festlich umrahmt wurde.
Schwammerlzitate
Der Schwammerl ist nicht nur ein Wahrzeichen, sondern auch ein Ort, der in den Herzen der Dorfener einen besonderen Platz hat. Einige Zitate und Anekdoten spiegeln die Bedeutung dieses kleinen, aber bemerkenswerten Ortes wider:
Bürgermeister Heinz Grundner:
Der Schwammerl heute
Der Schwammerl-Platz ist auch heute ein lebendiger Treffpunkt für die Menschen in und um Dorfen. Ob als Rastplatz für Wanderer oder als Ort der Entspannung für Familien und Verliebte – der Schwammerl bietet jedem eine Auszeit inmitten der Natur. Die Erinnerungen an die Geschichte des Schwammerls, die Kämpfe für den Erhalt des Waldes und die Liebe zur Heimat, sind lebendig geblieben. Und so wird der Schwammerl auch in den kommenden Jahren ein Symbol für Gemeinschaft, Widerstand und die Liebe zu diesem besonderen Fleckchen Erde bleiben.
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1930er - Überdachtes Bankerl
Das später als Schwammerl bezeichnete überdachte Bankerl an dem schönen Aussichtsfleckerl bei Eck stammt von der Familie Bachmayr oder dem Dorfener Verschönerungsverein.
1950er - Renovierung
In den 1950er wird der Schwammerl von der Firma Zehtner renoviert. Nun gibt es eine Holzbank und ein verzinktes Blechdach, darunter Holzverstrebungen.
1960er - Fliegenpilz
Ende der 1960er wird dem Schwammerl des Nachts sein rot-weißes Fliegenpilz-Qutfit verpasst.
1970er - Symbol des Widerstandes
In den 1970er wird der Schwammerl eine Institution, Versammlungsort und Symbol des Widerstandes gegen die Isentalautobahn.
2015 - Einlagerung
Mit dem A94-Bau muss auch das Wahrzeichen, der Schwammerl, 2015 weichen und wird im Dorfener Bauhof eingelagert.
2020 - Neuer Schwammerl-Platz
Der Bau- und Verkehrsausschuss entscheidet sich 2020 für einen neuen Schwammerl-Platz östlich des Fürmetz-Hölzls bei der Wasserreserve, auf einem Grundstück der Stadtwerke.
2023 - Eröffnung
Vom städtischen Bauhof restauriert, wird am Sonntag, 30. April 2023, um 14 Uhr der neue Schwammerl-Platz von Bürgermeister Heinz Grundner eröffnet.
- „Der ideale Standort – ein Schwammerl gehört schließlich in den Wald.“
- Mit diesem humorvollen Kommentar drückte der Bürgermeister die Freude darüber aus, dass der Schwammerl an einem Ort aufgestellt wurde, der ihm gerecht wird: mitten in der Natur, wo er einst auch seinen Ursprung hatte.
- „Die Liebespaare sind nur bis zum Fürmetz Hölzl gekommen.“
- Dieses augenzwinkernde Zitat spielt darauf an, wie beliebt der Schwammerl-Platz als romantischer Treffpunkt für Paare ist.
- Der Ort hat eine charmante Atmosphäre, die das Herz schneller schlagen lässt.
- „Lieben tut Jung und Alt, daheim und im Fürmetzen Wald.“
- Die Dorfener Narrenhymne besingt die besondere Bedeutung des Schwammerls und des umliegenden Waldes als ein Ort der Liebe und des Zusammenkommens.
- Hier finden sowohl junge als auch alte Menschen Zuflucht und Geborgenheit.
Der Schwammerl heute
Der Schwammerl-Platz ist auch heute ein lebendiger Treffpunkt für die Menschen in und um Dorfen. Ob als Rastplatz für Wanderer oder als Ort der Entspannung für Familien und Verliebte – der Schwammerl bietet jedem eine Auszeit inmitten der Natur. Die Erinnerungen an die Geschichte des Schwammerls, die Kämpfe für den Erhalt des Waldes und die Liebe zur Heimat, sind lebendig geblieben. Und so wird der Schwammerl auch in den kommenden Jahren ein Symbol für Gemeinschaft, Widerstand und die Liebe zu diesem besonderen Fleckchen Erde bleiben.
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1930er - Überdachtes Bankerl
Das später als Schwammerl bezeichnete überdachte Bankerl an dem schönen Aussichtsfleckerl bei Eck stammt von der Familie Bachmayr oder dem Dorfener Verschönerungsverein.
1950er - Renovierung
In den 1950er wird der Schwammerl von der Firma Zehtner renoviert. Nun gibt es eine Holzbank und ein verzinktes Blechdach, darunter Holzverstrebungen.
1960er - Fliegenpilz
Ende der 1960er wird dem Schwammerl des Nachts sein rot-weißes Fliegenpilz-Qutfit verpasst.
1970er - Symbol des Widerstandes
In den 1970er wird der Schwammerl eine Institution, Versammlungsort und Symbol des Widerstandes gegen die Isentalautobahn.
2015 - Einlagerung
Mit dem A94-Bau muss auch das Wahrzeichen, der Schwammerl, 2015 weichen und wird im Dorfener Bauhof eingelagert.
2020 - Neuer Schwammerl-Platz
Der Bau- und Verkehrsausschuss entscheidet sich 2020 für einen neuen Schwammerl-Platz östlich des Fürmetz-Hölzls bei der Wasserreserve, auf einem Grundstück der Stadtwerke.
2023 - Eröffnung
Vom städtischen Bauhof restauriert, wird am Sonntag, 30. April 2023, um 14 Uhr der neue Schwammerl-Platz von Bürgermeister Heinz Grundner eröffnet.
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„Kommen Sie mit? Schauen Sie es sich an – hier entlang!“
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