Ohne Pfeiler ruht sie auf den Ufern der Isen – eine bauliche Besonderheit, die sie von allen anderen steinernen Brücken der Welt unterscheidet. Ihr sanfter Schwung spiegelt sich im Wasser, das an manchen Tagen ruhig und klar unter ihr hindurchfließt, an anderen ungestüm gegen ihre steinernen Flanken brandet. Im Isental gilt sie als Meisterwerk ländlicher Baukunst, schlicht und doch von beständiger Schönheit.
Am Johannisplatz wacht das Bildnis des Heiligen Johannes von Nepomuk über die Brücke. Die lebensgroße Holzfigur aus dem 18. Jahrhundert hat viel gesehen, viel überstanden. Doch die 1970er Jahre brachten ihr Leid – immer wieder schlugen Unbekannte ihre Hände ab, als wollten sie ihre stille Fürbitte verstummen lassen. Nun schützt sie eine Verglasung vor weiteren Angriffen, und so steht sie weiterhin dort, als stummer Wächter der Brücke, als Zeichen der Hoffnung und der Erinnerung.
Die Brücke selbst entging nur knapp ihrer Zerstörung. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wollten deutsche Truppen sie sprengen, um den Vormarsch der Amerikaner zu verzögern. Doch das Schicksal entschied anders – die Alliierten kehrten bereits beim Stillerwirt in Lindum ein, und so blieb die Brücke unangetastet, als hätte sie der Krieg nicht berühren können.
Heute trägt sie die Schritte der Menschen, als wäre nichts geschehen. Ihr Stein ist blank getreten von all den Füßen, die über sie gegangen sind – von Kaufleuten und Reisenden, von Liebenden und Suchenden, von jenen, die nur den Fluss betrachten und sich in den Spiegelungen verlieren. Die Steinerne Brücke von Dorfen mag nicht die größte sein, nicht die berühmteste, doch sie trägt die Geschichte ihrer Stadt in jedem ihrer Steine. Und so steht sie da – fest, unerschütterlich, als Verbindung von gestern und heute.
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18. Jahrhundert - Bildnis des HI. Nepomuk
Die lebensgroße Holzfigur des HI. Nepomuk wird im 18.Jh. am Johannisplatz direkt an der Isenbrücke aufgestellt.
1898 - Steinerne Brücke
Die alte Holzbrücke über die Isen wird 1898 durch eine steinerne Brücke ersetzt.
1945 - Zweiter Weltkrieg
Deutsche Truppen wollen die Brücke sprengen, um den Vormarsch der Amerikaner zu verzögern.
1970er - Mehrfacher Vandalismus
Nachdem der Figur des Hl. Nepomuks in der 1970er mehrmals die Hände abgeschlagen werden, schützt man sie durch eine Verglasung vor weiteren Vandalismus.
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„Kommen Sie mit? Schauen Sie es sich an – hier entlang!“
Deutsche Truppen wollen die Brücke sprengen, um den Vormarsch der Amerikaner zu verzögern.
1970er - Mehrfacher Vandalismus
Nachdem der Figur des Hl. Nepomuks in der 1970er mehrmals die Hände abgeschlagen werden, schützt man sie durch eine Verglasung vor weiteren Vandalismus.
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„Kommen Sie mit? Schauen Sie es sich an – hier entlang!“

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