Donnerstag, 24. Juli 2025

Der Weg zum Glück

2017, Chirokitia bei Larnaka, Zypern, A.Savin • FAL
📖 Lesezeit: ca. 21 Minuten
Der Friedhof in Dorfen ist mehr als ein Ort des Abschieds – er ist ein stiller Garten der Liebe, der Erinnerung und des Friedens. Für Gläubige wie für Wissende, für Kämpfer wie für Lebensfreudige wird der letzte Weg dorthin zu einem Weg ins Glück – sei es als Heimkehr, als Aufstieg, als Übergang oder als Loslösung vom Daseinskreis.

Wenn ich durch das eiserne Tor des Friedhofs in Dorfen schreite, umfängt mich eine stille Würde, die kaum in Worte zu fassen ist. Der Boden ist weich vom Tau, der am frühen Morgen über die Wiesen gleitet. Zwischen den alten Linden flüstert der Wind, und über die verwitterten Grabsteine zieht sich ein feines Licht, das durch die Baumkronen fällt – wie ein zarter Schleier aus Trost.

Das Wort Friedhof trägt schon in sich, was dieser Ort bedeutet: Frieden, Liebe, Erinnerung, Abschied. Vom althochdeutschen frithof her stammend, meint es einen „geschützten Hof“ – einen umfriedeten Raum der letzten Ruhe. Und genau das ist der Dorfener Friedhof: Ein bewahrter Ort, wo das Heilige wohnt, wo das Leben sein Echo findet und das Vergangene still mit dem Gegenwärtigen weiteratmet.

Ich gehe langsam. Nicht, weil der Weg schwer ist – sondern weil mein Herz in jedem Schritt verweilt. Zwischen Efeu und Rosen, zwischen Storchschnabel und Vergissmeinnicht beginnt eine Zwiesprache – zwischen mir und jenen, die vor mir gingen. Es ist kein Ort des Todes. Es ist ein Garten der Seelen. Ein Raum der Liebe.

Hier kommen Menschen nicht nur, um zu trauern. Sie bringen Blumen, entzünden Kerzen, murmeln Gebete. Oder sie sitzen einfach da – im Schatten eines Baumes, der Geschichten erzählt. Manchmal spricht man lautlos. Manchmal flüstert das Herz. Und oft antwortet der Wind mit einem Hauch über die Haut, wie eine Erinnerung, die zärtlich zurückkehrt.

Und dann, wenn der Tag sich neigt, wenn das Licht golden durch die Äste fällt, spürt man es: Der Friedhof ist nicht das Ende. Er ist ein Zuhause für die Seele.

Für jene, die das Leben als ein Jammertal empfinden – voller Mühsal, Krankheit, Kälte und Enttäuschung – wird dieser letzte Weg zur Befreiung. Wenn mein Körper müde wird, mein Atem flacher, meine Gedanken leiser – dann beginnt der Übergang. Ich verlasse das Tal der Tränen und schreite hinein in einen Raum der Ruhe. Die Erde empfängt mich wie eine Mutter. Der Himmel breitet sich über mir aus wie eine warme Decke. Ich komme heim – nicht in Dunkelheit, sondern ins Licht.

Doch auch wer das Leben liebt, wer wie der Brandner Kasper dem Tod ein Schnippchen schlagen will, wer tanzt, lacht, staunt und das Irdische genießt – auch der wird irgendwann still. Und dann kommt die Einsicht: Alles, was lebt, verwandelt sich. Kein Apfel fällt ohne Sinn. Kein Sonnenuntergang vergeht ohne Hoffnung.

In der Tiefe des Herzens spürt man: Das Ende ist kein Abbruch. Es ist ein Weitergehen – in eine Welt voller Licht, voller Farben, voller Liebe. Und wenn man ankommt, wenn das Staunen größer wird als die Angst, wenn das Licht der „Anderen Welt“ sich öffnet, dann ist der letzte Weg kein Abstieg – sondern ein Aufstieg. Hinauf. Oben bleiben. In Freude geborgen.

Und dann sind da auch die Kämpfer. Die stillen Helden des Alltags, die Einherjer unserer Zeit. Sie, die gelitten haben, ohne zu verbittern. Die geliebt haben, ohne Garantie auf Erwiderung. Sie gehen ihren letzten Weg wie einen würdevollen Einzug – nicht in einen Palast aus Stein, sondern in ein Walhall aus Licht und Frieden. Dort wird ihr Mut geehrt. Dort verwandelt sich jede Wunde in einen Stern. Dort wartet kein Grab – sondern ein Ehrenplatz.

Und schließlich gibt es jene, die das Spiel des Lebens durchschaut haben. Die Erwachten. Die, die mit einem leisen Lächeln auf den Lippen und einem klaren Blick die Schwelle betreten. Sie kämpfen nicht. Sie fliehen nicht. Sie lassen los – mit Weisheit, mit Hingabe, mit innerem Frieden.

Ihr Körper, einst voller Leben, wird hier der Erde übergeben – wie ein Blatt, das vom Baum fällt. Aus ihm wächst vielleicht ein Moos, ein Veilchen, ein Baum. Nichts ist verloren. Alles wird verwandelt. Die Seele indes weht aus – ins große Eine, ins Leuchten jenseits von Raum und Ich.

Und so ist der Friedhof in Dorfen für alle ein Ort der Liebe. Ein Ort des Glücks. Ob als Heimstätte für das müde Herz, als Schwelle ins Paradies, als Lohn für tapfere Seelen oder als Übergang ins große Schweigen – er birgt Frieden. Tiefer als Worte. Leiser als der Wind. Weiter als das Leben selbst.

Denn der letzte Weg, den man hier geht, führt nicht fort. Er führt heim.
Still liegt Dorfen da –
ein letzter Schritt, dann Licht fällt
auf moosgrünes Grab.
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Um 120.000 v. Chr. - Kannibalismus in Klasies River Mouth
In Klasies River Mouth zeigen Homo sapiens-Knochen Schneide- und Brandspuren und decken hier den Verzehr von Artgenossen auf. Ob diese Handlungen rein nahrungstechnisch oder auch rituell-symbolisch motiviert sind, bleibt unklar.
In Notzeiten kann Kannibalismus eine Überlebensstrategie sein. In rituellen Kontexten kann  der Verzehr der Toten ein Übergang oder Aneignung der Lebenskräfte sein.

Vor 100.000 v. Chr. - Instinktiv, biologisch funktionaler Umgang mit Toten
Vor 100.000 v.Chr. lassen Menschen ihre Toten meist unbeachtet liegen oder nutzen sie zum rituellen Verzehr (Kannibalismus) - der Umgang mit den Toten ist noch rein biologisch oder funktional geprägt.
In der Zeit vor 100.000 v.Chr., also im frühen Mittelpaläolithikum und im davorliegenden Altpaläolithikum, gibt es keine Belege für eine bewusste Bestattung oder symbolische Totenbehandlung. Der Tod eines Gruppenmitglieds löst keine kultische oder spirituelle Reaktion aus - der Leichnam bleibt am Ort des Todes liegen oder wird praktisch verwertet.
Die häufigste „Behandlung“ der Toten ist das schlichte Liegenlassen. Die Leichen verwesen am Boden der Höhle oder im Freien, werden von Tieren zersetzt oder von der Gruppe verlassen. Es handelt sich um einen rein naturbelassenen Tod ohne menschliches Eingreifen – weder Schutz noch Ehre werden dem Körper zuteil.

Ab 100.000 v. Chr. - Familienbegräbnisplätze
In der Steinzeit gehen die Menschen dazu über, ihre Toten im Zusammenhang mit Vorstellungen über ein Weiterleben oder einfacher Ahnenehrung zu bestatten, so entstehen vor der Sesshaftwerdung von Familien genutzte gesonderte Familienbegräbnisplätze.

Um 100.000 v. Chr. - Kannibalismus in der Grotte de Moula-Guercy
In der Grotte de Moula-Guercy finden sich Knochen von sechs Homo neanderthalensis mit Schnittspuren, Bruchkanten und Spuren von Auskochen. Die Muster ähneln denen von Tierknochen – was auf gezielten Verzehr schließen lässt.
Kannibalismus innerhalb der eigenen Gruppe und auch gegen Artgenossen aus anderen Gruppen ist in der Natur kein seltenes Phänomen und geschieht aus Nahrungsknappheit, Revierverhalten, Rangordnung, Stress oder sozialer Kontrolle.

Um 100.000 v. Chr. - Absichtsvolle Bestattung in der Tinschemet-Höhle
Im Zentrum des heutigen Israel, im Chevel Modiʿin am Ostufer des Wadis Beit Arif, etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel und 15 Meter oberhalb des Flussbetts, befindet sich die rund zwölf Meter lange Tinschemet-Höhle. In dieser Höhle, nahe der heutigen Stadt Schoham, bezeugen Funde eine der frühesten absichtsvollen Bestattungen der Menschheitsgeschichte. Sie stammt aus dem Mittelpaläolithikum, jener Epoche vor etwa 100.000 Jahren, in der sich in der Levante sowohl Homo neanderthalensis als auch Homo sapiens aufhalten.
Die Toten werden in linker Seitenlage bestattet – in einer Haltung, die an die embryonale Ruheposition im Mutterleib erinnert. Zwischen ihren Beinen wird roter Ocker beigelegt, dessen Farbe dem Blut der Geburt gleicht. Die Erde, in die die Leiber eingebettet werden, nimmt symbolisch die Rolle des mütterlichen Leibes ein.
Diese Bestattung ist mehr als nur ein Schutz vor Aasfressern – sie ist ein Ausdruck eines neuen, tiefen Verständnisses vom Tod. Der Körper wird nicht mehr einfach zurückgelassen oder rituell verzehrt, sondern mit Fürsorge gebettet – so, als würde er einem neuen, verborgenen Weg folgen. Der rote Ocker, die embryonale Haltung und die Lage im Erdinneren sind eine symbolische Rückkehr in den Schoß der Mutter – die Mutter Erde. Damit beginnt auch die Vorstellung, dass auf den Tod nicht das Ende, sondern eine neue Geburt folgt: der Glaube an ein neues Leben nach dem Tod.

Um 50.000 v. Chr. - Kannibalismus in El Sidrón
In der Höhle El Sidrón finden sich Spuren von Entfleischung, Zerschlagung zur Markgewinnung, ob rituell oder aus Hunger, bleibt offen.

Ab 40.000 v. Chr. – Obsidian und Ocker als Grabbeigaben
In Europa finden sich aus dem frühen Jungpaläolithikum (z.B. Aurignacien) Gräber mit Werkzeugen, Ocker und Schmuck. Besonders bedeutend ist das Doppelgrab von Sungir (Russland), in dem zwei Kinder mit Tausenden Perlen bestattet sind – ein Beleg für soziale Differenzierung und symbolisches Denken.

Ab 10.000 v. Chr. – Jäger- und Sammlergräber
In den letzten Jahrtausenden vor der Sesshaftwerdung werden vermehrt Gräber mit individuellen Beigaben gefunden: z.B. Knochennadeln, Tierzähne, Schmuck aus Elfenbein oder Muscheln. Dies weist auf einen frühen Totenkult mit persönlichem Gedenken hin.

7. bis 4. Jahrtausend v. Chr. - Hausbestattungen
In der akeramischen Jungsteinzeit kommt es im Mittelmeerraum zu Hausbestattungen, bei denen der Verstorbene unterhalb des Fußbodens der Wohngebäude beigesetzt werden, so z.B. auf Zypern in Chirokitia.

5.000 bis 800 v. Chr. - Megalithe und Menhire
Als sesshafte Menschen dauerhaft zusammenleben, entstehen festgelegte Orte, an denen Bestattungen abgehalten werden.
Der Bau mit Megalithen erfolgt in Europa etwa zwischen 5000 v.Chr. (Bretagne) und 800 v.Chr., als die letzten Großsteine auf Sardinien verbaut werden.
Die Menhire finden sich primär in Süd- und Westeuropa.

3.100 bis 332 v. Chr. - Pyramiden im Tal der Könige
Die Vorstellung von der Reise ins Jenseits bestimmt den Aufwand für die Ahnen. Anfangs werden die Toten in flachen Erdgruben mit wenig Beigaben bestattet, später entwickelt sich die Bestattung in Särgen und Sarkophagen und es werden spezielle Grabbeigaben gefertigt.
Die Totenhäuser entwickeln sich zu den Pyramiden auf der dem jenseitigen Reich zugeordneten westlichen Seite des Nils und später im Tal der Könige für die Pharaonen und Nekropolen (thebanische Gräber) für die Beamten.

Ab 3. Jahrtausend v. Chr. – Dolmen und Langgräber
In Nord- und Westeuropa verbreiten sich monumentale Steinbauten (Dolmen, Hünengräber). Diese Gemeinschaftsgräber werden über Generationen genutzt und oft nachjustiert, was auf kontinuierliche Totenerinnerung hinweist.

1.300 bis 800 v. Chr. - Urnenfelderkultur
Die Urnenfelderkultur ist die eine verbreitete mitteleuropäische Kultur der späten Bronzezeit. Sie verbrennen ihre Leichen auf einem Scheiterhaufen und setzen den Leichenbrand in Urnen bei – auch in anderen Kulturen wird dieser Bestattungsritus geübt.
Sowohl die Ursprünge der Kelten als auch der Italiker werden auf die Urnenfelderkultur zurückgeführt.

8.Jh. v. Chr. bis 7.Jh. n. Chr. - Straßengräber und Katakomben
Im Römischen Reich lassen sich insbesondere reiche Bürger entlang von Ausfallstraßen begraben, wo sie kunstvoll behauene und reich beschriftete Tafeln, Stelen oder Mausoleen errichten lassen. Ärmere erwachsene Bürger sind meist auf Bestattungsplätzen außerhalb von Siedlungen untergebracht.
Die Stadt Rom verfügt mit den Katakomben über eine ausgedehnte, unterirdische Totenstadt, in der die Verstorbenen in Nischen eingemauert wurden.

8.Jh. v. Chr. bis 7.Jh. n. Chr. - Römische Grabbeigaben
In den Gräbern findet man Ess- und Trinkgeschirr, Werkzeuge, Kleidungsreste. Seltener befinden sich dabei auch Münzen, Lampen, Öle und Salben sowie Totenstatuen.
Typische Beigaben für Frauen sind Schmuck, Schmuckkästchen, Spiegel oder Kämme.
Da Waffen als Staatseigentum gelten, sind diese bei männlichen Bestattungen sehr selten.

800 bis 30 v. Chr. - Griechische Gräberfelder
In Kleinasien und Kreta, später im antiken Griechenland werden die Toten an Orten bestattet, die außerhalb des städtischen Lebens angesiedelt sind. Dies können Gräberfelder sein oder Felsengräber in künstlichen Höhlen.
Oft wird in der Nähe ein Heiligtum oder ein ganzer Tempelbezirk errichtet, um kultische Handlungen zu Ehren der Toten durchzuführen.

800 bis 30 v. Chr. - Charonspfennig
Im antiken Griechenland ist es Brauch, dem Toten zwei Münzen auf die Augen zu legen, den Charonspfennig. Sie sollen Charon als Bezahlung dienen, um die Seele des Verstorbenen sicher ins Reich der Toten zu überführen. Die Leiche wird anschließend verbrannt.

800 bis 30 v. Chr. - Symbolische Bestattung
Griechen glauben, dass ein Toter, der nicht zumindest symbolisch bestattet wird, nicht ins Totenreich gelangen kann, sondern, dass seine Seele hundert Jahre an den Ufern des Totenflusses umherflattern muss, bis ihr Charon die Überfahrt gestattet.

700 v. Chr. - Grabmahl für König Midas
Zu Ehren des verstorbenen Herrschers König Midas wird ein festliches Bankett mit Lamm- und Ziegeneintopf abgehalten.

6. Jahrhundert v. Chr. - Begriff Beerdigung
Der Begriff Beerdigung leitet sich von der im Judentum, Christentum und Islam gebotenen Bestattungsform her: Der Leichnam wird der Erde anvertraut, „damit [er] wieder zu Erde werde, davon [er] genommen“ ist (Gen 3,19 LUT, Gen 2,7 LUT). Deswegen wird v.a. der Begriff Beerdigung für eine religiös motivierte Erdbestattung verwendet.
Die profane Bezeichnung des Begrabens kann sich gesellschaftlich nicht durchsetzen, ist jedoch z.B. im Glaubensbekenntnis „gestorben und begraben“ zu finden. Das Substantiv von begraben, das Begräbnis, stellt noch eine populäre Sprachform dar.

480 bis 15 v. Chr. - Keltische Bestattungen
Während der Latènezeit bzw. späten Eisenzeit werden Tote in vorhandenen älteren Grabhügeln oder in Flachgräbern bestattet.

30 v. Chr. bis 300 n. Chr. - Totenmahl im antiken Rom
Im antiken Rom wünscht man mit einem gemeinsamen Mahl dem Verstorbenen nochmal alles Gute. Es stellt das letzte große Essen vor einer neuntägigen Fastenzeit für die Trauernden dar.

30 v. Chr. bis 300 n. Chr. - Römische  Brandbestattungen
Die Bestattungen in den Provinzen sind zwischen Brand- und Körperbestattung zu unterscheiden, wobei die Brandbestattung in der Kaiserzeit (24 v.Chr. bis 284 n.Chr.) vorherrschend ist.

98 - Germanische Scheiterhaufen
Tacitus schreibt über die Germanen: „Bei den Leichenbegängnissen gibt es kein Gepränge; nur darauf halten sie, dass die Leiber ausgezeichneter Männer mit bestimmten Holzsorten verbrannt werden. Den Scheiterhaufen bedecken sie weder mit Gewändern noch mit Wohlgerüchen; jedem wird seine Rüstung, manchen auch ihr Pferd ins Feuer mitgegeben. Das Grab baut sich aus Rasen auf. Denkmäler zu Ehren der Verstorbenen hoch und mühsam aufzutürmen verwerfen sie als für diese drückend. Wehklagen und Tränen legen sie rasch wieder ab, Schmerz und Betrübnis nur langsam. Für Frauen gilt das Trauern als angebracht, für Männer das Gedenken.“

Ab 2. Jahrhundert - Christliche Märtyrergräber
In der Spätantike werden die Gräber von Märtyrern und Heiligen zu Wallfahrtsorten. Ihre Nähe wird gesucht, um spirituelle Verbindung und Fürsprache zu erlangen. Dies beeinflusst langfristig die Praxis, Tote in oder nahe der Kirche zu beerdigen.

Ab 4. Jahrhundert - Christliche Erdbestattungen
Mit der Christianisierung des Römischen Reiches wird die Bestattung in den geweihten Bereich der Kirchengebäude und den eingefriedeten Kirchhof verlagert.
Die auf germanisch-keltischer und römischer Tradition beruhenden außerörtlichen Gräberfelder werden ebenso wie die Feuerbestattung als heidnisch abgelehnt. 
Die Totenklage wird unter dem Eindruck des Glaubens an die Auferweckung der Toten durch Psalmengesang, Lesung und Gebet ersetzt und die Sorge für Sterbende und Tote wird zur Liebespflicht der Angehörigen und der ganzen Gemeinde.
Es wird kein ästhetischer Anspruch an die Gestaltung der Gräber oder Kirchhöfe erhoben, die liturgischen Handlungen orientieren sich an der nahe gelegenen Kirche als kultischem Zentrum.

Ab 4. Jahrhundert - Christliches Totenmahl auf Friedhöfen
Die Tradition des Totenmahls wird adaptiert. Die trauernden Menschen bringen Wein und Essen direkt zu den Gräbern. Die Feierlichkeiten auf dem Friedhof arten teilweise zu regelrechten Gelagen aus.

Ab 5. Jahrhundert - Friedhofskapellen
Es werden Kapellen gebaut, um das Totenmahl in einen religiösen Kontext zu betten – und die feiernde Meute weg von den Gräbern zu bringen.

Ab 6. Jahrhundert - Reliquientranslation
Mit der Translation von Reliquien und der Verbindung von Reliquiengrab und Altar wandelt sich ab der Mitte des 6.Jh. der frühe Brauch, in der Nähe eines Märtyrergrabes im Gedenken an den Toten die Eucharistie zu feiern. Die Kirchengebäude werden zu sakralen Räumen.
Die Gläubigen sind bestrebt, nach ihrem Tode so nah wie möglich bei den Gebeinen oder Reliquien ihrer Heiligen begraben zu werden. Deren Fürsprache wird bei der Auferstehung des Fleisches zum Jüngsten Gericht erhofft.

Ab 6. Jahrhundert - Soziale differenzierte Begräbnisse
In der unmittelbaren Nähe zum Sakralen erscheint die Chance auf Erlösung der Verstorbenen am größten zu sein. Eine Bestattung im Altarraum oder in der darunter liegenden Kirchengruft gilt als höchstes Privileg und ist deshalb der Familie des Kirchenstifters, dem Kirchherren oder kirchlichen Würdenträgern vorbehalten.
Die zuerst nur Geistlichen vorbehaltene privilegierte Grabstätte direkt in der Kirche entwickelt sich trotz mehrfacher Verbote zum käuflichen Statussymbol für die wohlhabende, weltliche Oberschicht.
Die soziale Differenzierung setzt sich im Kirchhof fort, um möglichst nahe an der Kirche begraben zu werden.
Außerhalb des Dorfetters oder der Stadtmauer finden Verstorbene ihren Platz in ungeweihter Erde, wenn sie exkommuniziert oder kriminell sind oder einem unehrlichen Stand angehören, wie z.B. Bettler, Gaukler und Schauspieler.

Ab 8. Jahrhundert – Grabplatten und Ritzzeichnungen
Auf vielen mittelalterlichen Gräbern erscheinen einfache Ritzzeichnungen, z.B. Kreuze, Schwertsymbole oder Berufszeichen (z.B. Schusterahle, Spinnwirtel). Diese Motive individualisieren die Gräber vor der Einführung von Grabsteinen im heutigen Sinn.

8. Jahrhundert - Himmelsbestattung der Parsen und in Tibet
Bei den Parsen erfolgt die Bestattung auf den Türmen des Schweigens, wo die Leichname dem Fraß durch Greifvögel ausgesetzt sind und nur Skelette verbleiben. Im tibetanischen Hochland wird der Leichnam am Tage der Beisetzung in einer religiösen Zeremonie zerstückelt und anschließend an Geier verfüttert. Nach dem Glauben der Tibeter bringen die Geier die verstorbenen Menschen in das Bardo, einen Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt.

Ab 12. Jahrhundert - Begriff „Leich“
Der Begriff „Leich“ stammt vom althochdt. „līh“, was zunächst „Körper“ oder „Leib“ bedeutet.
Ab dem Hochmittelalter (12.–13. Jh.) steht „Leich“ auch für die Begräbnisfeier selbst – also für die Zeremonie und die begleitenden Rituale: „Er war auf der Leich“.

Ab 14. Jahrhundert - Begriff "Leichenschmaus"
Die Bezeichnung „Leichenschmaus“ für das gemeinsame Essen nach der Bestattung entwickelt sich im Spätmittelalter (ca. 14.–15. Jahrhundert). Diese Feier steht in Ergänzung zur vorherigen Erinnerung, mit einer Rede über den Toten.
Das nach der Beerdigung stattfindende besinnliche Beisammensein dient der geselligen Erinnerung an das Leben des Verstorbenen, der Trauerbewältigung für die Hinterbliebenen, dem sozialen Zusammenhalt, dem Danken der Helfer und der religiösen Fürbitte.

15. Jahrhundert - Begriff Beisetzen
Der Begriff "Beisetzen", mit der Grundbedeutung „etwas neben anderes hinzusetzen, hinzufügen“, ist seit dem 15.Jh. belegt.

Mitte 15. Jahrhundert -  Bau eines Karner in Dorfen
An der Südseite des Langhauses der Wallfahrtskirche Maria-Dorfen wird im Hang ein Karner errichtet. Er dient dazu exhumierte Knochen von Verstorbenen zu lagern, wenn der Platz auf dem Friedhof knapp wird.

16. Jahrhundert - Friedhofsverlegungen
Bis zur ersten Welle der Friedhofsverlegungen im Verlauf des 16.Jhs. finden Bestattungen größtenteils auf Kirchhöfen statt. Die Bestattung in größtmöglicher Nähe zum Altar gilt als erstrebenswert.

Ab 16. Jahrhundert - Außerörtliche evangelische Friedhöfe
Infolge der durch das Bevölkerungswachstum verursachten Überbelegung der innerstädtischen Kirchhöfe und bedingt durch die Reformation, die Reliquienverehrung ablehnt, werden seit dem 16.Jh. in evangelischen Herrschaften außerörtliche Friedhöfe mit Kirche oder Aussegnungskapelle angelegt.

Ab 1568 - Weber- und Schneiderjahrtag von Dorfen
Der Weber- und Schneiderjahrtag, der um 1568 errichtet wird, findet alljährlich am Montag vor Pfingsten mit Vigil, dann Umgang um den Friedhof zur Totenkapelle, dann Seelamt mit Gedenken und hernach einem Lobamt auf dem Hochaltar, statt.

17. Jahrhundert - Begriff Bestattung
Der Begriff Bestattung, mit der speziellen Bedeutung „begraben, bestatten“, kommt im 17.Jh. auf und bedeutet „den sterblichen Überresten eine Statt gebend“.
Der Begriff "bestatten" ist im Mittelhochdeutschen seit dem 12.Jh. im Sinne eines „an die Statt bringen“, „anstatten“ oder „ausstatten“ bekannt.

17. Jahrhundert - Massengräber
Einzelgräber sind eine seltene Ausnahme. Die Bestattung in geweihten Massengräbern ist die Regel, nicht zuletzt aus Platzgründen.
Die oft tägliche Öffnung und Schließung von Massengräbern in Seuchenzeiten in den städtischen Zentren bringt erhebliche hygienische Probleme.

17. Jahrhundert - Pestfriedhöfe
Insbesondere in Zeiten erhöhter Sterblichkeit infolge von Seuchen, Hungersnöten, Kriegen geraten die Kirchhöfe schnell an ihre Kapazitätsgrenze, so dass Umbettungen halbverwester Leichen und die ständige Öffnung der Gräber für anhaltende Geruchsbelästigung und gesundheitliche Gefahren sorgen.
Pestfriedhöfe weit außerhalb der Siedlungen sollen zumindest die ärgste Gefahr eindämmen. Die Anlage innerstädtischer Friedhöfe wird erst später aufgegeben.

1634 - Pest in Dorfen
Seit April 1634 steigt die Sterbefälle gewaltig an, im April allein auf 15. Es ist die Pest, wenn sie auch nicht im Totenbuch genannt ist. Da werden manchmal an einem Tag 3 und 4 Tote beim Isenertor auf einen Karren hinausgefahren zum Pestfriedhof.

1635 - Pestkirche Dorfens
In ihrer körperlichen Not und ihrer seelischen Verzweiflung geloben die Bürger den Bau einer Kapelle, die sie dem Heiligen Sebastian weihen, und bauen sie mit bischöflicher Genehmigung vor dem Isener Tor beim Pestfriedhof.

18./19. Jahrhundert - Romantischer Friedhof
Im Zuge der Aufklärung und Romantik entstehen in Europa neue Friedhofsformen, z.B. der Parkfriedhof Père Lachaise in Paris, 1804. Hier wird der Friedhof bewusst als Ort der Erinnerung und der ästhetischen Trauerverarbeitung gestaltet, oft mit allegorischen Statuen und Gartenarchitektur.

Ab 1750 - Zentralfriedhöfe
Zentrale Friedhöfe außerhalb der Stadtmauern, die vom Standort einer Kirche unabhängig sind, werden vereinzelt bereits zur Renaissance, verstärkt ab 1750 und im Verlauf des 19.Jhs. flächendeckend geschaffen.

1792 bis 1815 - Koalitionskriege
In den Koalitionskriegen nehmen zunächst die diesmal verbündeten Österreicher in Dorfen Quartier, dann besetzen französische Truppen den Markt und Kloster Moosen.
Kranke und verwundete Franzosen, die hier versterben, werden als Verehrer der Göttin Vernunft an Ort und Stelle verscharrt; nur wer die Sterbesakramente empfing, wird im Friedhof bestattet.

1794 - Landrecht für Leichen
In Preußen ist im 2. Teil, 11. Titel durch § 184 des Allgemeinen Landrechts für die preußischen Staaten von 1794 festgeschrieben, dass innerhalb bewohnter Gegenden keine Leichen beerdigt werden dürfen.

19./20. Jahrhundert - Kirchhof = Friedhof
Auf deutschen Stadtplänen des 19. und 20.Jhs. findet sich oft die Bezeichnung Kirchhof, obwohl keine Kirche vorhanden ist. Es handelt sich um von einer Kirchengemeinde betriebene Friedhöfe in weiterer Entfernung zum eigentlichen Kirchengebäude. „Kirchhof“ wird synonym für Begräbnisplatz oder Friedhof genutzt.

Ab 19. Jahrhundert - Beisetzung und Beerdigung in Bayern
In Niederbayern und Teilen Oberbayerns ist es auch heute noch üblich, „Beisetzung“ für die Überführung des Sarges in die Totenkapelle zu sagen.
Die „Beerdigung“ ist dann der eigentliche Akt des Begrabens, meist ein bis zwei Tage später.

1800 - Mephitische Dünste
Um 1800 kommt die Tendenz auf, die Toten aus hygienischen Gründen entfernt vom Dorfkern zu begraben. Man fürchtet sich vor mephitischen Dünsten, die nachts aus den Gräbern aufsteigen und die Luft verpesten.

1813 - Pfarrei Dorfen
Dorfen wird zur selbständigen Pfarrei und mit der Betreuung von 59 Ortschaften betreut. Auf dem Friedhof ruhen die Verstorbenen der Marktgemeinde Dorfen und der Ortschaften Winkl, Orlfing, Ober- und Unterhausmehring, Hampersdort, Loipfering, Mehlmühle, Kleinkatzbach, Grün, Schrallham, Stetten, Furt, Krottenthal, Brodshub, Bernöd, Lerchenhub, Rinning, Wölling, Scheideck und Hienering.

1815 - Vor dem Isener Tor Dorfens
Vor dem Isener Tor liegt nur das Armenhaus und die Sebastianskirche mit Pestfriedhof.

Bis 1820 - Pestfriedhof Dorfen
Der Platz um die St. Sebastianskirche wird nach der Pestzeit nur ausnahmsweise als Friedhof für Einheimische verwendet; bis 1820 dient er meist als Beerdigungsort für Auswärtige, fahrendes und bettelndes Volk, Soldaten, Ermordete, Ertrunkene und Selbstmörder.

1857 - Erweiterung des Friedhofes der Marktgemeinde Dorfen
Bei der Erweiterung des Friedhofes werden die Häuser Nr. 27 Dimpflmair, Nr. 28 Lex am Berg und Nr. 29 Fürmetz am Berg hinter der Pfarrkirche niedergerissen und weiter rückwärts wieder aufgebaut.
An der Stelle der beiden neugebauten Anwesen Lex am Berg und Fürmetz am Berg steht später das Marienstift (Haus Nr. 25 und 26).

Ab 1870er - Friedenstraße zum Friedhof
Seit den 1870er erfolgt die Benennung als „Friedenstraße“ für Straßen zu den Friedhöfen. Kirchhöfe werden zum Friedhof als Ort, wo der Verstorbene seinen Frieden findet.

1889 - Brüderfriedhof in Algasing
1889 wird auf der Anhöhe nördlich vom Kloster Algasing der Brüderfriedhof eingeweiht.

20. Jahrhundert - Anonyme Begräbnisse
Mit der Loslösung der Trauerformen von religiösen Gemeinschaften verlagert sich in Europa seit dem 20.Jh. das Totengedenken zunehmend in den privaten Bereich. Damit einher geht ein Bedeutungsverlust öffentlicher Grabstätten. Der Anteil anonymer Begräbnisse und Feuerbestattung nimmt in der Folge stetig zu.

1905 - Verlegung des Friedhofes der Marktgemeinde Dorfen
Die Dorfener Begräbnisstätte befindet sich ursprünglich auf dem Kirchhof rund um die Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Dorfen. Als Anfang des 20.Jh. der verfügbare Platz nicht mehr ausreicht, verlegt man um 1905 den Friedhof etwa 200 Meter nach Norden vom Altenheim Marienstift entfernt.
Die Marktgemeinde Dorfen als Träger des Friedhofs errichtet auch ein Leichenhaus mit weit ausladenden Arkaden, unter denen sich Priestergräber und Familiengruften vermögender Dorfener Bürger befinden.
Im rückwärtigen Bereich finden die Armen Schulschwestern von Dorfen und Kloster Moosen ihre letzte Ruhestätte. An die in Dorfen begrabenen Barmherzigen Schwestern vom Marienstift und vom Krankenhaus erinnert eine Gedenktafel.

Ab 1914 - Soldatenfriedhöfe
Im Laufe des Ersten Weltkriegs stehen alle kriegführenden Nationen vor der Frage, wie sie mit den Millionen Leichen von gefallenen oder in Lazaretten gestorbenen Soldaten umgehen sollen. Der Transport der Toten in ihre jeweilige Heimat wäre ein großer Aufwand gewesen und hätte die Kriegsmüdigkeit oder die Ablehnung des Krieges zusätzlich verstärkt. Viele Leichen sind schlecht zu transportieren, sie sind unvollständig oder durch Granatsplitter zerrissen. Viele sind erheblich verwest, wenn sie – teils erst Wochen nach ihrem Tod – aus der Kampfzone geborgen werden können.

1960er - Neuer Friedhof in Grüntegernbach
In Grüntegernbach wird der kirchliche Friedhof, der die Pfarrkirche umgibt, in den 1960er zu eng, so dass die Gemeinde am östlichen Ortsausgang einen neuen Friedhof mit Leichenhaus erbaut. Seit 1969 darf auf Beschluss des Gemeinderats nur noch dort beerdigt werden.

1963 - Waldfriedhof Kalling
Am Waldrand bei Kronsöd legt die Gemeinde Eibach 1963 einen Waldfriedhof mit Kapelle für das Altersheim Kalling an. Das letzte Begräbnis findet dort 1979 statt.
Der Friedhof wird 2002 der Schlossbesitzerin mit der Auflage überlassen, für eine Reovierung und dauerhafte Pflege zu sorgen.

1966 - Neubau des Leichenhauses in Dorfen
Das Leichenhaus wird 1966 neu gebaut.

1967 - Heimbewohnerfriedhof in Algasing
1967 wird neben dem Wäldchen im Süden des Pflegeheims der Heimbewohnerfriedhof des Kloster Algasing angelegt.

1970er - Friedhofserweiterung in Schwindkirchen
In den 1970er wird, nach Abbruch des alten Schulhauses, der Friedhof rund um die Pfarrkirche in Schwindkirchen erweitert.

1972 - Wohnhaus für den Friedhofswärter in Dorfen
1972 wird ein Wohnhaus für den Friedhofswärter gebaut, dessen Wohnung mit Gemüsegarten hat sich zuvor direkt neben der Leichenhalle befunden.

1979 - Friedhofserweiterung in Dorfen
Um der stetig wachsenden Bevölkerung der Stadt Dorfen Rechnung zu tragen, ist 1979 eine großzügige Friedhofserweiterung in nordwestlicher Richtung unvermeidlich.

Ab 1990er - Wald- und Naturfriedhöfe
Seit den 1990er entstehen alternative Begräbnisformen: Waldfriedhöfe, Friedwiesen, Friedgärten oder Urnenhaine, die auf religiöse oder formale Vorgaben verzichten und dem Bedürfnis nach naturnaher Ruhe gerecht werden.

Ab 1990er - Virtuelle Friedhöfe
Mit der Verbreitung des Internets entstehen eine Vielzahl von virtuellen Friedhöfen, die vollkommen unabhängig von einem physischen Ort der Totenruhe sind. Es sind Websites, auf denen für Verstorbene eine oder mehrere Gedenkseiten erstellt werden.

1991 - Minibagger in Dorfener Friedhöfe
1991 wird der städtische Friedhofsdienst mit Minibaggern ausgerüstet. Zuvor ist stets „Handarbeit“ nötig.

1998 - Neuer Friedhof in Schwindkirchen
Im Zuge der Dorferneuerung von Schwindkirchen legt die Stadt Dorfen 1998 an der Höhenberger Straße einen neuen Friedhof an. Die Aussegnungshalle entsteht 2002/03.

Ab 21. Jahrhundert - Digitale Trauer und hybride Gedenkkultur
Neben virtuellen Friedhöfen entstehen digitale Erinnerungsräume: Online-Gedenkseiten, digitale Kondolenzbücher, Avatare von Verstorbenen, die mittels KI in Chatform kommunizieren (z.B. Replika, HereAfter AI). Dies führt zu einer neuen Art von Unsterblichkeitsvorstellungen im digitalen Raum.

2004 - Grabdenkmäler in Dorfen
Die nach der Friedhofsverlegung um 1905 noch vorhandenen Grabdenkmäler bei der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Dorfen sind: außen Erhart (1496), Wolfgang (1549), Kurat Georg Gimpel (1766), innen von Südosten Urban Prain (1534), Dekan Mathias Ploner (1698), Christoph Ernst zu Haagstorf und Anna Maria geb. Schrenk (17. Jh.), Paul Federkiel (1481) und in der Josefskapelle Wirt Andreas Plaichshirn (1693), Georgius Schegg (1759),  Thomas Bauer (1790), Kurat Nicolaus Angerer (1797), Josephus Aichmann.

2005 - Urnenfeld in Dorfen
2005 wird auf dem Dorfener Friedhof ein Urnenfeld angelegt.

2005 - Bestattungsinstitut übernimmt Bestattungen in Dorfen
Neben den vier kommunalen Friedhöfen in den Pfarrorten Dorfen, Oberdorfen, Grüntegernbach und Schwindkirchen bestehen im Bereich der Stadt Dorfen noch sechs kirchliche Friedhöfe in Esterndort, Jaibing, Jakobrettenbach, Landersdorf, Lindum und Staffing.
Sie werden, wie auch die kirchlichen Friedhöfe in Angerskirchen, Frauenvils und Kienraching (alle Gemeinde Taufkirchen) und in Grüngiebing (Gemeinde Obertaufkirchen), bis 2004 von der Dorfener Friedhofsverwaltung mitbetreut, wobei der städtische Bauhof den Bestattungsdienst durchführt.
Seit 2005 werden Bestattungen von einem Bestattungsinstitut übernommen.

2005 - Erweiterung des Oberdorfener Friedhofs
Für die dringend notwendige Erweiterung des Oberdorfener Friedhofs wird 2005 ein Grundstück östlich des bisherigen Areals an der Straße nach Niederham erworben, da der Stadtrat den bereits in Besitz der Gemeinde stehenden Südhand unterhalb der Pfarrkirche als für die Pflege eines Friedhofs mit Kleinbaggern ungeeignet befindet.

2013 - Kryonische Versorgung
Seit 2013 ist die 23-jährige Kim Suozzi die 114. Patientin der „Alcor Life Extension Foundation“ in Scottsdale, Arizona, die sich „kryonisch versorgen“ lässt: „Ich finde es besser, auf diesen Fortschritt zu wetten, als zu verwesen.“
Insgesamt sind bislang 254 Menschen in flüssigem Stickstoff eingelagert, wobei in einigen Fällen nur die Köpfe mit den Gehirnen aufbewahrt werden.

2017 - Friedhofsgebühren der Stadt Dorfen
Die Friedhofsgebühren umfassen die Grabnutzungsgebühren und die Bestattungsgebühren. Laut der Friedhofsgebührensatzung der Stadt Dorfen aus dem Jahr 2017 betragen die jährlichen Grabnutzungsgebühren für ein Einzelgrab der Klasse I 39 Euro und für ein Einzelgrab der Klasse II 35 Euro. Die Gebühr für das Öffnen und Schließen eines Normalgrabs bis 1,80 m Tiefe liegt bei 98 Euro.

2022 - Reerdigung
Seit 2022 ist die Reerdigung als Pilotprojekt in Schleswig-Holstein erlaubt. Bei einer Reerdigung wird der Leichnam in einen Kokon mit Stroh, Heu und Gräsern gebettet, der in einer Wiegevorrichtung befestigt ist, um die Feuchtigkeit gleichmäßig zu verteilen. Innerhalb von 40 Tagen zersetzen die körpereigenen Mikroorganismen den Leichnam zu Humus. Verbleibende Knochenreste werden gemahlen und der entstanden Erde beigegeben.

2025 - Persönlichkeiten der Dorfener Friedhöfe
Zahlreiche bedeutsame Persönlichkeiten ruhen auf den Friedhöfen der Stadt Dorfen, so in Dorfen selbst die Ehrenbürger Josef Martin Bauer, Albert Bachmayer, Pfarrer Kainzmaier, Kommerzienrat Josef Meindl, Anton Stapfner und Bernhard Zöpf, außerdem die Künstler Franz und Hermann Wandinger, Max Hertwig, Hermann Winter und Hans Arnold.
In Oberdorfen die Heimatforscher Pfarrer Gammel und Lehrer Zöpf sowie in Schwindkirchen die Eltern des königlichen Hofmalers Georg Dillis.

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