Während der Untere Markt sich mit seiner Länge von 230 Metern nach Osten erstreckt, blickt St. Veit nach Westen zum Marienplatz, wo der Floriansbrunnen in kunstvoller Neurenaissance-Manier plätschert. Am östlichen Kirchplatz erinnert das Kriegerdenkmal an die Gefallenen der Weltkriege. Die vier Uhren am Turm und die Sonnenuhr auf der Südseite zeugen von der Zeit, die hier stillzustehen scheint und doch unaufhörlich vergeht.
Diese Kirche ist mehr als ein Bauwerk – sie ist das Herz Dorfens, das über die Jahrhunderte hinweg den Puls der Stadt schlägt. Im Folgenden wird ihre Entwicklung näher beleuchtet.
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„Kommen Sie mit? Schauen Sie es sich an – hier entlang!“
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773 - St. Peter am locus publicus
773 wird „Dorfin“ erstmals urkundliche erwähnt. Es besteht aus einem Haupthofgut, einer villa, bei Oberdorfen, Hofstellen, die mansi, bei Unterdorfen am Ruprechtsberg, und den locus publicus beim späteren Marktdorfen.
Hier, am locus publicus, an der Kreuzung der Wege, die von Augsburg nach St. Pölten und von Regensburg nach Rosenheim führen, an der Brücke über die Isen, wird eine kleine Kapelle aus Holz errichtet, die dem Heiligen Petrus geweiht ist. Sie ist das älteste Gotteshaus der Pfarrei.
1230 - Marktkapelle
Schon bald nach der Gründung des Marktes um 1230 wollen die Bürger auch ein kleines Gotteshaus in der Ortsmitte haben. Sie erneuern die Kapelle direkt an der Römerstraße, die dem hl. Petrus geweiht ist.
1390 - Spätgotischer Bau der Marktkirche und Stadtbefestigung
Die spätgotische Filialmarktkirche St. Veit wird 1390 an Stelle der Petruskapelle errichtet. Sie liegt im Zentrum der kreuzförmig angelegten Altstadt von Dorfen und teilt die Altstadt in den Unteren Markt und den Marienplatz (von Osten nach Westen) und in Kirchtorplatz und Rathausplatz (von Norden nach Süden).
Der mittelalterliche Markt Dorfen ist spätestens jetzt mit einem mit Holzpalisaden verstärktem Wall und einem davor liegenden Wassergraben sowie mit vier Toren umwehrt.
15. Jahrhundert - St. Veit
Die Verehrung des hl. Vitus wird im 15.Jh. immer allgemeiner. St. Vitus wird zweiter Patron der Marktkirche. Am Fest des hl. Vitus, am 15. Juni, feiert die Marktkirche in Dorfen ihr Patrozinium. Den Dorfenern ist sie sehr ans Herz gewachsen, besonders den alten Leuten, denen die Stufen zur Pfarrkirche hinauf zu beschwerlich sind.
1500 - Bild Dorfens
Um die Wende zum 16.Jh. wird das Bild Dorfens geprägt, wie es sich noch heute darstellt.
Die vier Tore haben eine nahezu identische Form, ähnlich der des bis heute unverändert gebliebenen Öttinger Tors von 1530.
Die im Jahr 1390 erbaute Marktkirche St. Veit erhält einen Turm in barockem Stil.
Das Bräuwinkl-Anwesen und das Brothaus stammen aus dieser Zeit.
1560/1984 - Bronzegeläute
Das Geläute besteht aus vier Glocken, dabei eine aus dem Jahr 1560 von Wolfgang Steger (München) und zwei von 1984. Das Bronzegeläut hat die Schlagtonfolge cis2–e2–fis2–a2.
17. Jahrhundert - Alleiniger Kirchenpatron
Im 17. Jh. hat der hl. Vitus den älteren Kirchenpatron, den Apostel Petrus, ganz verdrängt.
1650 - Kramerläden und Kramerlaube
In dem kleinen Markt, der durch den Herzoggraben eingeengt ist, ist jedes Fleckchen Erde kostbar und so werden um 1650 rückwärts auf beiden Seiten des Turmes Kramerläden eingebaut.
Nur wenige Schritte von der Marktkirche entfernt ist die „Kramerlaube”, ein gedeckter Laubengang mit mehreren eingebauten Läden und dem Brothaus.
1666 - Kramladen-Verkauf
Der gemauerte Kramladen an der Kapelle St. Veit wird 1666 von Andre Obermayer an den Eisenkramer Georg Aicher verkauft und ist dann lange Zeit im Besitz der Familien Eder und des Hutmacher Moser.
1676 - Zweiter Altar
Ursprünglich hat die Marktkirche nur einen Altar; Pfarrer Reisacher stiftet 1676 den Antoniusaltar auf der Epistelseite.
1676/1681 - Seitenaltäre
Im Langhaus befinden sich zwei hochbarocke Seitenaltäre, die 1676 und 1681 der Dorfener Schreiner Hieronymus Reizer anfertigt.
Im Zentrum des südlichen Seitenaltars befindet sich eine Marien-Gnadenstatue, im Auszug eine Figur des heiligen Florian.
1681 wird der zweite Seitenaltar zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes aufgestellt.
1684 - Erhöhung des Turmes
Der ursprüngliche gotische Sattelturm, von einem Unwetter schwer getroffen, wird 1684 um 18 Schuh (= 5,5 m) erhöht und eine größere Kuppel in der heutigen Form daraufgesetzt, und so überragt er nun stattlich das Kirchenschiff.
1701 - Unwetter
Am 24. Juni 1701 zieht ein furchtbares Unwerter über den Markt hinweg. Der Marktmesner mit seiner Frau sind gerade beim Wetterläuten, als der Blitz in den Turm einschlägt und die Mesnersgattin Sabina Hillebrand tödlich trifft und den danebenstehenden Mesner schwer verbrennt.
1716 - Neuer Kramerladen
Ein weiterer Laden wird 1716 von der Gemeinde für den Sailer Franz Holzer neben einem Seitengang eingebaut.
1726/1730 - Hochaltar und Empore
Der Hochaltar von 1730, der ehemals als Seitenaltar in Kienraching stand, enthält die Skulptur des hl. Vitus vom Kraiburger Bildhauer Simon Grundtner (1726) und ist umgeben von Figuren der Heiligen Petrus und Paulus, anstelle des ursprünglichen Altarblatts.
Die Empore wird unter Wiederverwendung der ehemaligen Kanzel aus Kienraching gestaltet.
1729 - Einsetzung des Allerheiligsten
1729 wird die Einsetzung des Allerheiligsten wegen der Nähe der Wirtshäuser und Fleischbänke vom Ordinariat abgelehnt
1746/1870 - Kreuzwegstationen
Die Kreuzwegstationen sind - materialsparend - 1746 doppelseitig bemalt worden und werden 1870 von Ludwig Hack aus Dorfen renoviert.
1768/1882 - Langhaus-Südwand
Die Skulpturen Joachim und Anna von Christian Jorhan, Landshut 1768, Krönung Mariens und 14 Nothelfer an der Langhaus-Südwand stammen aus der 1882 abgebrochenen Eibacher Kirche.
1799 - Heutige Gestalt
Ihre heutige Gestalt erhält die Kirche 1799. Bei den großen Reparaturen wird ein spätgotisches Tonnengewölbe im Chor und eine barocke Flachputzdecke im Langhaus eingezogen und auf dem schönen Deckengemälde des hiesigen Malers Johann Evangelist Mang sehen wir unter den Schutzheiligen das Dorfen von 1799 mit seinen Toren und malerischen Häusergiebeln.
1824 - Nachtwächterlokal
1824 wird im 2. Kramerladen an der Kirche das Nachtwächterlokal eingerichtet.
1867 - Allerheiligste in der Marktkirche
1867 kommt durch eine Stiftung des Bierbrauers Martin Bachmayer, der in schwerer Krankheit die Anschaffung eines Ziboriums, Tabernakels und den Unterhalt des ewigen Lichtes gelobt, das Allerheiligste in die Marktkirche.
1956 - Gemeindewaage
1956 befindet sich in dem ehemaligen Laden die gemeindliche Waage.
1962 - Organistenbalkon
1962 wird die Empore durch den Organistenbalkon ersetzt.
1969 - Abbruch der Kapelle von Rinning
Der nördliche Seitenaltar enthält die Gnadengruppe aus der 1969 abgebrochenen Wallfahrtskirchlein Hl. Blut von Rinning, die Christus als Schmerzensmann, umgeben von den Heiligen Sebastian und Barbara, zeigt. Im Altarauszug ist die heilige Veronika mit dem Schweißtuch zu sehen.
1982 - Hochaltar
Der spätbarocke Hochaltar von ca. 1730 stammt aus der zur Pfarrei Maria Dorfen gehörenden Filialkirche in Kienraching und wird 1982 mit der Barockfigur des heiligen Vitus, umgeben von Figuren der Heiligen Petrus und Paulus, anstelle des ursprünglichen Altarblatts eingebaut.
2020 bis 2022 - Renovierung
Vor der Renovierung 2020-2022 sind im Chorraum Silberbüsten der Heiligen Joachim und Anna angebracht.
Im Zuge der Renovierungsarbeiten wird der „Organistenbalkon“ wieder durch eine Empore ersetzt, die 1962 entfernt worden war.
2022 - Volksaltar
Der neue Volksaltar wird vom Metallbauer Michael Reich nach dem Entwurf von Sabine Straub angefertigt.
Bei einem Festgottesdienst am 18. September 2022 wird dieser durch Weihbischof Bernhard Haßlberger geweiht. Dabei werden Reliquien des hl. Korbinian und hl. Otto von Freising angebracht.
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773 - St. Peter am locus publicus
773 wird „Dorfin“ erstmals urkundliche erwähnt. Es besteht aus einem Haupthofgut, einer villa, bei Oberdorfen, Hofstellen, die mansi, bei Unterdorfen am Ruprechtsberg, und den locus publicus beim späteren Marktdorfen.
Hier, am locus publicus, an der Kreuzung der Wege, die von Augsburg nach St. Pölten und von Regensburg nach Rosenheim führen, an der Brücke über die Isen, wird eine kleine Kapelle aus Holz errichtet, die dem Heiligen Petrus geweiht ist. Sie ist das älteste Gotteshaus der Pfarrei.
1230 - Marktkapelle
Schon bald nach der Gründung des Marktes um 1230 wollen die Bürger auch ein kleines Gotteshaus in der Ortsmitte haben. Sie erneuern die Kapelle direkt an der Römerstraße, die dem hl. Petrus geweiht ist.
1390 - Spätgotischer Bau der Marktkirche und Stadtbefestigung
Die spätgotische Filialmarktkirche St. Veit wird 1390 an Stelle der Petruskapelle errichtet. Sie liegt im Zentrum der kreuzförmig angelegten Altstadt von Dorfen und teilt die Altstadt in den Unteren Markt und den Marienplatz (von Osten nach Westen) und in Kirchtorplatz und Rathausplatz (von Norden nach Süden).
Der mittelalterliche Markt Dorfen ist spätestens jetzt mit einem mit Holzpalisaden verstärktem Wall und einem davor liegenden Wassergraben sowie mit vier Toren umwehrt.
15. Jahrhundert - St. Veit
Die Verehrung des hl. Vitus wird im 15.Jh. immer allgemeiner. St. Vitus wird zweiter Patron der Marktkirche. Am Fest des hl. Vitus, am 15. Juni, feiert die Marktkirche in Dorfen ihr Patrozinium. Den Dorfenern ist sie sehr ans Herz gewachsen, besonders den alten Leuten, denen die Stufen zur Pfarrkirche hinauf zu beschwerlich sind.
1500 - Bild Dorfens
Um die Wende zum 16.Jh. wird das Bild Dorfens geprägt, wie es sich noch heute darstellt.
Die vier Tore haben eine nahezu identische Form, ähnlich der des bis heute unverändert gebliebenen Öttinger Tors von 1530.
Die im Jahr 1390 erbaute Marktkirche St. Veit erhält einen Turm in barockem Stil.
Das Bräuwinkl-Anwesen und das Brothaus stammen aus dieser Zeit.
1560/1984 - Bronzegeläute
Das Geläute besteht aus vier Glocken, dabei eine aus dem Jahr 1560 von Wolfgang Steger (München) und zwei von 1984. Das Bronzegeläut hat die Schlagtonfolge cis2–e2–fis2–a2.
17. Jahrhundert - Alleiniger Kirchenpatron
Im 17. Jh. hat der hl. Vitus den älteren Kirchenpatron, den Apostel Petrus, ganz verdrängt.
1650 - Kramerläden und Kramerlaube
In dem kleinen Markt, der durch den Herzoggraben eingeengt ist, ist jedes Fleckchen Erde kostbar und so werden um 1650 rückwärts auf beiden Seiten des Turmes Kramerläden eingebaut.
Nur wenige Schritte von der Marktkirche entfernt ist die „Kramerlaube”, ein gedeckter Laubengang mit mehreren eingebauten Läden und dem Brothaus.
1666 - Kramladen-Verkauf
Der gemauerte Kramladen an der Kapelle St. Veit wird 1666 von Andre Obermayer an den Eisenkramer Georg Aicher verkauft und ist dann lange Zeit im Besitz der Familien Eder und des Hutmacher Moser.
1676 - Zweiter Altar
Ursprünglich hat die Marktkirche nur einen Altar; Pfarrer Reisacher stiftet 1676 den Antoniusaltar auf der Epistelseite.
1676/1681 - Seitenaltäre
Im Langhaus befinden sich zwei hochbarocke Seitenaltäre, die 1676 und 1681 der Dorfener Schreiner Hieronymus Reizer anfertigt.
Im Zentrum des südlichen Seitenaltars befindet sich eine Marien-Gnadenstatue, im Auszug eine Figur des heiligen Florian.
1681 wird der zweite Seitenaltar zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes aufgestellt.
1684 - Erhöhung des Turmes
Der ursprüngliche gotische Sattelturm, von einem Unwetter schwer getroffen, wird 1684 um 18 Schuh (= 5,5 m) erhöht und eine größere Kuppel in der heutigen Form daraufgesetzt, und so überragt er nun stattlich das Kirchenschiff.
1701 - Unwetter
Am 24. Juni 1701 zieht ein furchtbares Unwerter über den Markt hinweg. Der Marktmesner mit seiner Frau sind gerade beim Wetterläuten, als der Blitz in den Turm einschlägt und die Mesnersgattin Sabina Hillebrand tödlich trifft und den danebenstehenden Mesner schwer verbrennt.
1716 - Neuer Kramerladen
Ein weiterer Laden wird 1716 von der Gemeinde für den Sailer Franz Holzer neben einem Seitengang eingebaut.
1726/1730 - Hochaltar und Empore
Der Hochaltar von 1730, der ehemals als Seitenaltar in Kienraching stand, enthält die Skulptur des hl. Vitus vom Kraiburger Bildhauer Simon Grundtner (1726) und ist umgeben von Figuren der Heiligen Petrus und Paulus, anstelle des ursprünglichen Altarblatts.
Die Empore wird unter Wiederverwendung der ehemaligen Kanzel aus Kienraching gestaltet.
1729 - Einsetzung des Allerheiligsten
1729 wird die Einsetzung des Allerheiligsten wegen der Nähe der Wirtshäuser und Fleischbänke vom Ordinariat abgelehnt
1746/1870 - Kreuzwegstationen
Die Kreuzwegstationen sind - materialsparend - 1746 doppelseitig bemalt worden und werden 1870 von Ludwig Hack aus Dorfen renoviert.
1768/1882 - Langhaus-Südwand
Die Skulpturen Joachim und Anna von Christian Jorhan, Landshut 1768, Krönung Mariens und 14 Nothelfer an der Langhaus-Südwand stammen aus der 1882 abgebrochenen Eibacher Kirche.
1799 - Heutige Gestalt
Ihre heutige Gestalt erhält die Kirche 1799. Bei den großen Reparaturen wird ein spätgotisches Tonnengewölbe im Chor und eine barocke Flachputzdecke im Langhaus eingezogen und auf dem schönen Deckengemälde des hiesigen Malers Johann Evangelist Mang sehen wir unter den Schutzheiligen das Dorfen von 1799 mit seinen Toren und malerischen Häusergiebeln.
1824 - Nachtwächterlokal
1824 wird im 2. Kramerladen an der Kirche das Nachtwächterlokal eingerichtet.
1867 - Allerheiligste in der Marktkirche
1867 kommt durch eine Stiftung des Bierbrauers Martin Bachmayer, der in schwerer Krankheit die Anschaffung eines Ziboriums, Tabernakels und den Unterhalt des ewigen Lichtes gelobt, das Allerheiligste in die Marktkirche.
1956 - Gemeindewaage
1956 befindet sich in dem ehemaligen Laden die gemeindliche Waage.
1962 - Organistenbalkon
1962 wird die Empore durch den Organistenbalkon ersetzt.
1969 - Abbruch der Kapelle von Rinning
Der nördliche Seitenaltar enthält die Gnadengruppe aus der 1969 abgebrochenen Wallfahrtskirchlein Hl. Blut von Rinning, die Christus als Schmerzensmann, umgeben von den Heiligen Sebastian und Barbara, zeigt. Im Altarauszug ist die heilige Veronika mit dem Schweißtuch zu sehen.
1982 - Hochaltar
Der spätbarocke Hochaltar von ca. 1730 stammt aus der zur Pfarrei Maria Dorfen gehörenden Filialkirche in Kienraching und wird 1982 mit der Barockfigur des heiligen Vitus, umgeben von Figuren der Heiligen Petrus und Paulus, anstelle des ursprünglichen Altarblatts eingebaut.
2020 bis 2022 - Renovierung
Vor der Renovierung 2020-2022 sind im Chorraum Silberbüsten der Heiligen Joachim und Anna angebracht.
Im Zuge der Renovierungsarbeiten wird der „Organistenbalkon“ wieder durch eine Empore ersetzt, die 1962 entfernt worden war.
2022 - Volksaltar
Der neue Volksaltar wird vom Metallbauer Michael Reich nach dem Entwurf von Sabine Straub angefertigt.
Bei einem Festgottesdienst am 18. September 2022 wird dieser durch Weihbischof Bernhard Haßlberger geweiht. Dabei werden Reliquien des hl. Korbinian und hl. Otto von Freising angebracht.

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