Mittwoch, 19. März 2025

Quartäres Eiszeitalter

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Es ist eine Zeit des Umbruchs, eine leise Melodie aus Kälte und Wind, die vor 2,7 Millionen Jahren erklingt und den Herzschlag der Erde verlangsamt. Die Welt atmet schwer, die Sonne steht tiefer, und die ersten frostigen Schleier legen sich über die nördlichen Horizonte. Dort, wo einst dichte Wälder rauschten, zieht sich das Leben zurück. In der Stille wächst der Grönländische Eisschild, unaufhaltsam, majestätisch – ein eisernes Herz, das beginnt, den Takt für das kommende Zeitalter zu schlagen.

Im Süden, fernab der polaren Gletscher, bleibt auch Dorfen nicht unberührt. Hier, wo heute sanfte Hügel das Land durchziehen, herrscht eine offene, weite Steppe. Der Wind streicht kalt über kahle Gräser und wirbelt den Schotter, den die Flüsse zurückließen, immer wieder neu auf. Die Wälder, einst voller Leben, sind in wärmere Zufluchtsorte geflohen. Übrig bleibt eine Landschaft, die rau und zugleich von einer eigentümlichen Schönheit ist – geformt von Frost, Trockenheit und der langsamen Hand der Zeit.

Doch diese Kälte kennt keine Starre. Sie kommt und geht, atmet im Rhythmus der Jahrtausende. Es ist das Quartäre Eiszeitalter, das nun seinen langen Reigen beginnt. Massive Eisschilde werden kommen und gehen, die Landschaft wird sich immer wieder neu entfalten, zwischen Glanzzeiten grüner Wälder und endlosen Wintern aus Schnee und Stein.

Und mittendrin liegt Dorfen, ein stiller Zeuge dieses großen Spiels der Natur, wo jeder Stein, jedes Flussbett, jede karge Ebene von den uralten Kräften erzählt, die hier seit Millionen von Jahren wirken.

Die Geschichte der Besiedlung des Dorfener Raumes beginnt spät im langen Zyklus von Kalt- und Warmzeiten. In den milderen Phasen der Eiszeit streifen Neandertaler durch das Gebiet, folgen den Tierherden, suchen Schutz in Senken und jagen in der offenen Steppe. Später zieht der Homo sapiens mit neuen Fähigkeiten und Werkzeugen durch das Land, immer im Wechselspiel mit dem rauen Klima. Erst das Ende der letzten Eiszeit öffnet dem Menschen die Tür für ein dauerhaftes Leben hier: Die Gletscher weichen, das Wasser formt Täler und Flüsse, Wälder kehren zurück. Und mit ihnen die ersten Menschen, die bleiben, sesshaft werden und die Landschaft prägen.

Ein Blick auf die geologische und klimatische Geschichte zeigt, wie viele Umbrüche und Eiszeiten den Dorfener Raum formten – und wann schließlich der Mensch seinen Platz in dieser Landschaft fand.
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2,7 Millionen – Beginn der arktischen Vergletscherung
Eine intensive Phase der arktischen Vergletscherung beginnt mit der Bildung und Ausbreitung des Grönländischen Eisschilds. Diese Vergletscherung tritt im Übergang vom Pliozän zum Quartär auf, bedingt durch den Rückgang der globalen CO2-Konzentration und eine zunehmende Abkühlung der Erde.
Die vollständige Schließung der Landenge von Panama vor etwa 2,76 Millionen Jahren lenkt warme Meeresströmungen nach Norden und führt zur Entstehung des Golfstroms, was eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in den arktischen Regionen bewirkt.
Dorfener Raum: Diese Abkühlung führt zu einer Reduzierung der Waldbestände. In Dorfen sind Steppen- und Graslandschaften vorherrschend, während Wälder auf wärmere Refugialräume zurückgedrängt werden.

2,588 Millionen bis heute – Quartäres Eiszeitalter
Das Quartäre Eiszeitalter beginnt mit einer markanten Klimakühlung, die die Erde in eine Phase ständiger Kalt- und Warmzeiten führt. In dieser Zeit entstehen massive Eisschilde, die die nördliche Hemisphäre beherrschen und die gesamte Landschaft prägen. Diese Eiszeiten haben große Auswirkungen auf die geografische Struktur der Erde.
Die Kaltzeiten (Glaziale) sind durch massive Gletschervorstöße gekennzeichnet, die das nördliche Europa und große Teile der Erde mit dicken Eisschichten bedecken.
Die Warmzeiten (Interglaziale) sind deutlich kürzer und dauern etwa 15.000 Jahre, mit einer schnellen Erwärmung am Anfang und einer schleichenden Abkühlung am Ende.
Die Wechsel zwischen den Kalt- und Warmzeiten sind durch die Schwankungen der Erdumlaufbahn und der Neigung der Erdachse bestimmt.
Ab dem Beginn des Quartärs bis etwa 700.000 beträgt die Zyklusdauer lediglich 41.000 Jahre und korreliert zu dieser Zeit mit den Schwankungen der Erdrotationsachse.
Es wird in zwei Serien unterteilt: das Pleistozän, in dem die großen Vereisungen stattfanden, und das Holozän, die gegenwärtige Warmzeit, die mit der menschlichen Zivilisation zusammenfällt.
Dorfener Raum: Auch wenn Dorfen nicht direkt von den Gletschern erfasst wird, sind die Auswirkungen des kalten Klimas deutlich spürbar. Karge, trockene Bedingungen herrschen, die durch Frost- und Windprozesse geprägt sind. In den Flüssen lagern sich Schottermassen ab, die den Untergrund des Gebiets prägen und die Landschaft mit Schotterflächen überziehen. Die karge Steppe dominiert das Bild.

2,588 Millionen bis 12.000 – Eiszeiten und Warmphasen/Pleistozän
Das Pleistozän umfasst die berühmten Kalt- und Warmzeiten und führt zur Entstehung der modernen Landschaften. Es wird in verschiedene Stufen unterteilt, die sich durch unterschiedlich starke Vereisungen und klimatische Veränderungen auszeichnen.
Dorfener Raum: Das Klima in dieser Zeit schwankt zwischen Kälte und milden Phasen. Dorfen erlebt sowohl Gletschervorstöße als auch Phasen mit milderem Klima, was die Flora und Fauna entsprechend beeinflusst. Die zunehmende Kälte in der Region führt zu einer verstärkten Ausbreitung von Steppenpflanzen und der Verlagerung von Waldhabitat auf wärmerer gelegene Refugialräume.

2,588 Millionen bis 1,806 Millionen – Frühe Vereisung/Gelasium
In der Gelasium-Stufe beginnt die erste umfassende Vereisung des nördlichen Hemisphärenbereichs. Diese frühe Kaltzeit prägt die Entwicklung des Quartärs.
Dorfener Raum: Das Gebiet ist von Kälte und Trockheit geprägt. Es entstehen Schotterflächen und eine periglaziale Landschaft. Die Vegetation bleibt spärlich, hauptsächlich Steppenpflanzen dominieren.

1,8 Millionen bis ca. 1,4 Millionen – Biber-Kaltzeit
In dieser Periode erreicht die Vergletscherung in Mitteleuropa einen ersten Höhepunkt. Die Gletscher breiten sich in den Alpen aus und decken weite Teile Mitteleuropas ab. Die klimatischen Bedingungen sind extrem kalt, was zu einer stark reduzierten Flora und Fauna führt.
Dorfener Raum: Dorfen bleibt von direkten Gletschervorstößen verschont, aber die kühlen, trockenen Bedingungen verändern die Landschaft. Durch den Wind und Frost werden Schotter und andere Gesteinsmaterialien transportiert. Die offene, trockene Landschaft wird von kalten Steppen geprägt. Die Flora ist spärlich, vor allem Graslandschaften dominieren.

1,806 Millionen bis 781.000 – Altpleistozän/Calabrium
Das Altpleistozän ist von wiederholten Eisvorstößen gekennzeichnet. In dieser Zeit entwickeln sich Gletscher und Eisströme, die weite Teile Mitteleuropas bedecken.
Dorfener Raum: Das Klima bleibt während des Calabriums weiterhin kalt und trocken. Dorfen ist von einer offenen, frostgeprägten Landschaft geprägt, ohne direkte Vergletscherung, aber mit deutlichen Einflüssen durch Frostprozesse und Schotterablagerungen.

1,4 Millionen bis 1,2 Millionen – Biber-Donau-Interglazial
In dieser Warmzeit erholt sich das Klima deutlich. Wälder breiten sich aus, und das Tierleben nimmt wieder zu. Es herrschen mildere Bedingungen, die die Entwicklung einer reichen Flora und Fauna begünstigen.
Dorfener Raum: Das Klima in Dorfen wird merklich milder. Wälder beginnen sich auszubreiten, die Flüsse werden stabiler, und das Landschaftsbild verändert sich. Die Vegetation wächst, und die Flora zeigt eine größere Vielfalt. Tiere, die in kälteren Perioden nicht überlebten, kehren zurück. Es entstehen grüne Oasen in einer ansonsten noch stark von der letzten Kaltzeit geprägten Landschaft.

1,2 Millionen bis 900.000 – Donau-Kaltzeit
Während dieser Kaltzeit breiten sich die Gletscher erneut aus und bedecken große Teile Mitteleuropas. Das Klima wird wieder sehr kalt und trocken, was die Pflanzen- und Tierwelt stark einschränkt.
Dorfener Raum: Dorfen bleibt von den Gletschern verschont, jedoch prägen frostige Bedingungen das Landschaftsbild. Durch den Frost werden Schotterflächen weiter aufgeworfen, und die kalte Steppe bleibt die dominierende Vegetationsform. Das Gebiet ist geprägt von einem kargen, trockenen Klima.

900.000 bis 700.000 Jahre – Donau-Günz-Interglazial
In dieser Warmzeit kommt es zu einem Aufschwung in der Flora und Fauna. Das Klima ist deutlich milder, was eine Ausbreitung von Wäldern und eine Zunahme der Tierarten begünstigt.
Dorfener Raum: Das Klima wird milder und feuchter, was zu einer stabileren Vegetation führt. Die Wälder breiten sich aus und die Tierwelt nimmt zu. Das Gebiet ist jetzt grüner und fruchtbarer, Flüsse sind stabiler und prägen das Landschaftsbild. Diese Periode sorgt für eine spürbare Verbesserung der Umweltbedingungen in der Region.

781.000 bis 126.000 – Mittelpleistozän/Ionium
Das Mittelpleistozän bringt erneut massive Kaltzeiten, doch auch mildere Phasen, in denen sich die Tierwelt wieder erholt und eine größere Vielfalt an Pflanzen entsteht.
Vor etwa 700.000 Jahren, im frühen Mittelpleistozän, tritt ein neuer Zyklus auf, der etwa 100.000 Jahre dauert und sich bis in die Gegenwart fortgesetzt. Dieser Zyklus korreliert mit den Veränderungen der Exzentrizität der Erdumlaufbahn und führt zu längeren, kälteren Perioden, die von den Warmzeiten abgewechselt werden.
Dorfener Raum: In dieser Zeit prägen die Gletscher zwar das nördliche Europa, Dorfen bleibt jedoch von den direkten Gletschervorstößen unberührt. Es herrschen periglaziale Bedingungen, das Klima bleibt weiterhin kalt mit begrenzter Vegetation.

700.000 bis 600.000 – Günz-Kaltzeit
Eine erneute starke Vereisung bringt das Klima auf neue Tiefstwerte. Gletscher dringen in weite Teile Mitteleuropas vor. Die Temperaturen sinken drastisch, und die Vegetation wird stark reduziert.
Dorfener Raum: Auch in Dorfen bleibt eine direkte Vergletscherung aus, jedoch wirken sich die kühlen, trockenen Bedingungen auf die Landschaft aus. Der Frost und die starken Winde formen die Schotterflächen weiter, und die Region bleibt von karger Steppenvegetation geprägt. Der Flusslauf verändert sich, bleibt aber von den Gletschern unberührt.

600.000 bis 500.000 – Günz-Mindel-Interglazial
Das Klima wird erneut milder, und es breiten sich wieder Wälder aus. Diese Warmzeit begünstigt die Entwicklung einer vielfältigen Flora und Fauna, die die Region prägt.
Dorfener Raum: In Dorfen sind die Bedingungen während dieser Warmzeit ideal für die Flora. Wälder wachsen und prägen das Landschaftsbild. Die Flüsse stabilisieren ihren Lauf, und die Region zeigt sich grüner und fruchtbarer. Tiere und Pflanzen gedeihen, und die Region erfährt eine deutliche Erholung nach der Kälteperiode.

600.000 bis 300.000 - Homo heidelbergensis
Homo heidelbergensis betritt in wärmeren Phasen vereinzelt den Dorfener Raum. Funde aus Süddeutschland zeigen, dass diese Menschen fähig sind sich in gemäßigten Klimata aufzuhalten. In Kaltzeiten ziehen sie weiter in mildere Regionen.

500.000 bis 400.000 – Mindel-Kaltzeit
Die Gletscher rücken in mehreren Phasen weit ins Vorland hinaus, weiter als alle bisher bekannten Vorstöße, und die Hauptgletscher etablieren sich entlang der heutigen Flusstäler, die in dieser Zeit angelegt werden.
Dorfener Raum: Dorfen bleibt zwar erneut von den Gletschern verschont, aber das Gebiet wird stark von periglazialen Bedingungen beeinflusst. Dauerfrost und Schotterablagerungen prägen das Landschaftsbild. Es herrscht ein kaltes, trockenes Klima, das die Flora weiterhin einschränkt.

400.000 bis 300.000 – Mindel-Riß-Interglazial
In dieser Warmzeit bessert sich das Klima weiter, was zur Ausbreitung von Wäldern und einer Zunahme der Tierarten führt.
Dorfener Raum: Das Klima ist in Dorfen jetzt milder und feuchter. Wälder und eine reiche Flora kehren zurück, und die Tierwelt wird vielfältiger. Die Flüsse stabilisieren sich weiter, was zur Schaffung einer stabileren, grüneren Landschaft führt.

300.000 bis 126.000 – Riß-Kaltzeit
Im Verlauf der Riß-Kaltzeit rücken die Gletscher im bayerischen und österreichischen Alpenvorland viermal vor. Die Eisvorstöße der Kaltzeit gehen zumeist deutlich über die Zungenbecken der vorherigen Gletscher hinaus.
Die Riß-Moränen bilden eine wenig untergliederte Landschaft ohne Moore und Seen. In den meisten Gebieten sind die Riß-Endmoränen als niedriger Wall ausgebildet.
Die Schotter der Riß-Moränen bauen auch die Hochterrassen der Donauzuflüsse auf.
Dorfener Raum: Dorfen bleibt zwar von den Gletschern verschont, jedoch prägt das kalte, trockene Klima das Gebiet weiterhin. Schotterablagerungen wachsen, und die Region bleibt von einer offenen, kargen Steppe geprägt.

126.000 bis 12.000 – Jungpleistozän/Tarantium
Das Jungpleistozän stellt die letzte große Vereisung des Pleistozäns dar, das Würm-Glazial erreicht seinen Höhepunkt. Gletscher dringen tief in das nördliche Europa vor.
Dorfener Raum: Während der Würm-Kaltzeit bleibt Dorfen von der Vergletscherung verschont, doch das Klima bleibt kalt und trocken. Die Region ist von Schotterflächen, Dauerfrostböden und spärlicher Vegetation geprägt. Es ziehen große Herden von Mammuts und Rentieren durch.

126.000 bis 115.000 – Eem-Warmzeit
Die Eem-Warmzeit stellt eine der letzten Warmzeiten des Pleistozäns dar, die sich nach einer langen Kaltzeit ausbreitet. Sie ist durch höhere Temperaturen als heute und den Rückzug der Gletscher aus weiten Teilen Europas gekennzeichnet. Die Temperaturen erreichen dabei fast das heutige Niveau.
Dorfener Raum: Während der Eem-Warmzeit erlebt Dorfen eine deutlich wärmeres Klima. Wälder breiten sich aus, und das Gebiet wird von einer üppigen Flora und einer reichen Fauna geprägt. Das milde Klima begünstigt die Vegetation, und das Gebiet wird zunehmend stabiler und grüner. Die Tierwelt ist vielfältig, und das Gebiet bietet gute Lebensbedingungen für verschiedene Arten.

126.000 bis 35.000 - Homo neanderthalensis
Während der Eem-Warmzeit und zu Beginn der Würm-Kaltzeit besiedeln Neandertaler den Dorfener Raum. Während extremer Kältephasen werden sie in den Süden verdrängt.
Neandertaler jagen Großtiere wie Mammuts, Rentiere und Nashörner. Sie nutzten Feuer, Fellkleidung und leben in Höhlen oder einfachen Hütten.

115.000 bis 11.700 – Würm-Kaltzeit
Die letzte große Vereisung bringt massive Gletschervorstöße. Europa wird wieder von dicken Eismassen bedeckt.
Die Jahresmitteltemperaturen betragen im Alpenvorland unter −3 °C (heute +7 °C).
Die Vorlandvereisung weist keine so weitgehende und geschlossene Front der Vergletscherung auf wie während Riß-Kaltzeit. Trotzdem ragen ihre Endmoränenzüge als Einzel-Loben, die den Gletscherzungen entsprechen, weit ins Vorland hinein.
Dorfener Raum: Das Gebiet bleibt von der direkten Vergletscherung verschont, aber das Klima bleibt extrem kalt. Dauerfrostböden und Schotterflächen wachsen, und es ziehen große Herden von Mammuts und Rentieren durch die Region.

70.000 bis 50.000 - Kälteste Phase der Würm-Kaltzeit
Der Dorfener Raum ist für Menschen unbewohnbar.

40.000 bis 30.000 - Ankunft des Homo sapiens
Durch die Entwicklung von Nadeln und komplexerer Kleidung, Jagd mit Speeren und Pfeilen verdrängt der Homo sapiens (Gravettien-Kultur, ca. 35.000–30.000 Jahre) den Neandertaler.
Nomadische Jäger-Sammler-Gruppen nutzen zeitweise die kalte Steppentundren des Dorfener Raumes mit seinen wenigen Bäumen.

25.000 bis 15.000 - Letzte Kaltphase der Weichsel-Eiszeit
Extrem kaltes Klima, Dauerfrostböden, fehlende dichte Vegetation und der Vorstoß der Gletscher bis weit ins Alpenvorland machen den Dorfener Raum ist für Menschen unbewohnbar.

14.000 bis 10.000 - Wiederbesiedlung mit dem Ende der Eiszeit
Mit der allmähliche Erwärmung, dem Rückzug der Gletscher und der Ausbreitung von Wäldern durchstreifen Jäger-Sammler (Magdalénien-Kultur, ca. 14.000–10.000 Jahre) den Dorfener Raum, jagen Rentiere und Wildpferde. Es kommt zu ersten längere Aufenthalten durch Lagerplätze.

11.700 bis heute – Holozän-Warmzeit (heute)
Das Klima wird stetig wärmer und stabiler. Dies führt zur Bildung von Wäldern und zur Entstehung der modernen Flora und Fauna. Die menschliche Zivilisation entwickelt sich und prägt das Landschaftsbild.
Dorfener Raum: Die Region erlebt ein dauerhaft mildes Klima, Wälder wachsen und stabilisieren das Landschaftsbild. Flüsse wie die Isen und der Inn stabilisieren ihren Verlauf und prägen das Gebiet, und die menschliche Siedlung entwickelt sich. Die Natur wird von Menschen genutzt, verändert und geformt.

9.610 bis 8.690 v. Chr. - Präboreal
Das Präboreal ist die erste Phase des Holozäns und ist durch eine allmähliche Erwärmung des Klimas nach dem Ende der letzten Eiszeit gekennzeichnet.
Dorfener Raum: Die ersten stabilen Vegetationsformen breiten sich aus, und die Wälder beginnen sich zurückzuziehen. Das Klima ist relativ mild, jedoch noch nicht stabil wie heute. Flüsse beginnen sich in ihrem Lauf zu stabilisieren.

8.690 bis 7.270 v. Chr. - Boreal
Das Boreal ist eine wärmer werdende Phase, die das Klima in Mitteleuropa deutlich stabilisiert und die Ausbreitung von Laubwäldern begünstigt.
Dorfener Raum: Dorfen wird zunehmend grüner, da sich Laub- und Mischwälder verbreiten. Die Vegetation ist reich und vielfältig, und die Flüsse finden ihre endgültigen Laufbahnen. Die Tierwelt erholt sich und wird vielfältiger.

Ab 8.000 v. Chr. - Sesshafte Menschen im Mesolithikum und Neolithikum
In der Warmzeit mit ihren dichten Wälder beginnen sesshafte Gruppen mit Ackerbau und Viehzucht. Erste feste Siedlungen entstehen im Dorfener Raum.

7.270 bis 4.500 v. Chr. - Atlantikum
Das Atlantikum stellt die wärmste Phase des Holozäns dar, in der die Temperaturen in Mitteleuropa ihren höchsten Punkt erreichen.
Dorfener Raum: Wälder dominieren das Landschaftsbild, und das Gebiet wird von einer reichen Flora und Fauna geprägt. Der Mensch beginnt, sich in der Region niederzulassen und die Landschaft aktiv zu gestalten.

4.500 bis 800 v. Chr. - Subboreal
Das Subboreal ist eine Übergangsphase mit einem etwas kühleren Klima, das dennoch noch relativ mild bleibt. Es führt zu Veränderungen in der Vegetation und der Tierwelt.
Dorfener Raum: In dieser Zeit erleben die Wälder in Dorfen eine Veränderung, und das Klima bleibt stabil, aber kühler als im Atlantikum. Die Besiedlung nimmt zu, und die Region wird zunehmend landwirtschaftlich genutzt.

800 bis heute - Subatlantikum
Das Subatlantikum ist die jetzige Klimaphase des Holozäns mit Beginn der modernen menschlichen Geschichte, geprägt von einer weiteren Abkühlung des Klimas.
Dorfener Raum: Dorfen erlebt einen Übergang zu einem etwas kühleren, feuchteren Klima. Die landwirtschaftliche Nutzung nimmt weiter zu, und die menschliche Aktivität wird zunehmend sichtbar. Wälder sind immer noch dominant, aber zunehmend werden auch Felder und Weiden angelegt.

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